Automobilbranche

VW-Sammelklage: Prozess in Leoben noch nicht am Ende

Im Landesgericht Leoben ist am Mittwoch und am Donnerstag einer von mehr als ein Dutzend österreichischen Zivilprozessen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen den VW-Konzern bezüglich des Abgasskandals fortgesetzt worden.

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Bei dem Prozess geht es in der Obersteiermark um 640 Betroffene und einen Schaden von rund 3,9 Mio. Euro, der laut VKI in der Wertminderung von 20 Prozent des Kaufpreises liegt. Zwei von drei geladenen Aufsichtsräten sind nicht erschienen. Weitere Prozesstage folgen noch.

Geladen waren diesmal drei Aufsichtsräte von VW, wobei nur einen von ihnen erschienen. Die anderen ließen sich entschuldigen. Jener Aufsichtsrat, der erschienen war, berief sich weitgehend auf seine Verschwiegenheitsverpflichtung und konnte daher nur wenig zur Aufklärung beitragen. Als weiterer Zeuge wurde ein Mann gehört, der bei der Aufdeckung des Abgasskandals beteiligt war. Er schilderte dem Richter die Abläufe von damals.

Laut einem Gerichtssprecher sollte der nächste Verhandlungstermin eigentlich noch im Juni sein, allerdings haben dafür bereits einige geladene Zeugen abgesagt. Das Verfahren dürfte daher voraussichtlich erst wieder im September oder Oktober fortgesetzt werden. Von einem Urteil ist man noch weit entfernt.

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Das Verfahren in Leoben ist eine von 16 Klagen, die im Auftrag von Sozialministerium (BMSGPK) und Bundesarbeitskammer (BAK) bei den jeweiligen Landesgerichten Österreichs eingebracht wurden. Insgesamt beträgt der Streitwert dieser Sammelklage 60 Mio. Euro. Rund 10.000 Geschädigte werden dabei vom VKI bei Gericht vertreten. (apa/red)