Automobilindustrie

VW macht beim Golf 8 die Software für den Notruf Probleme

Die EU hat Autobauern europaweit eine neue digitale Notrufeinrichtung vorgeschrieben, die nun Volkswagen Probleme bereitet. Nun ist sogar die Auslieferung der neuesten Baureihe des jahrzehntelangen Bestsellers Golf gestoppt.

Volkswagen muss die Auslieferung seines Bestsellers Golf in achter Generation wenige Monate nach dem Start wegen Softwareproblemen stoppen.

EU fordert eine neue digitale Notruffunktion

Bei internen Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass es bei einzelnen Fahrzeugen des Modells "zu einer nicht verlässlichen Datenübertragung der Software" am Steuergerät der Notruffunktion (Online-Connectivity-Unit) kommen könne. Hierbei handle es sich um einen sogenannten Compliance-Fall, da neue Modelle in der EU seit zwei Jahren über eine solche Notrufeinrichtung verfügen müssen. Das teilte der Autobauer auf Anfrage mit.

Volkswagen habe deshalb bereits einen Auslieferungsstopp für den Golf 8 erlassen. "Im Austausch mit den zuständigen Behörden prüfen wir das weitere Vorgehen zu den betroffenen Fahrzeugen."

Entscheidung über einen Rückruf in den nächsten Tagen

In den nächsten Tage stehe eine Entscheidung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) über einen Rückruf und einer Abhilfemaßnahme per Softwareupdate an. Wie viele Fahrzeuge von dem Problem betroffen seien, könne man derzeit nicht sagen, erläuterte ein VW-Sprecher. Trotz der neu aufgetretenen Schwierigkeiten solle der Golf 8 in Wolfsburg weiter produziert werden. Die fertigen Wagen sollten dann bis zum Softwareupdate zwischengeparkt werden. Als erstes hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

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So perfekt die Autos des Herstellers für unzählige Käufer sein mögen - schließlich dominieren die Marken der Gruppe seit vielen Jahren die Bestsellerlisten in Deutschland, Österreich und anderswo - mit der Sofware kommt es bei Volkswagen nicht zum ersten Mal zu Schwierigkeiten. Auch beim neuen Elektroauto ID.3 gibt es diese. Der rein batteriegetriebene Wagen soll früheren Informationen zufolge deshalb im Sommer zunächst in einer abgespeckten Grundversion an den Start gehen. (reuters/apa/red)

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