Nutzfahrzeuge

VW-Lastwagensparte: Milliardenschwerer Börsengang unter neuem Namen

Volkswagen benennt seine Sparte für Busse und Lastwagen in "Traton" um und rechnet bei einem Börsengang mit Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Euro. Außerdem sind Kooperationen mit Ford angedacht.

Die Nutzfahrzeuggruppe im Volkswagen-Konzern will künftig unter dem Namen Traton Group statt "Volkswagen Truck & Bus" auftreten. Der neue Name sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer weltweit führenden Marktposition, erklärte Vorstandschef Andreas Renschler.

Unter dem Dach der Traton Group sollten die Marken MAN, Scania, Volkswagen Caminhoes e Onibus aus Brasilien und die Mobilitätsmarke RIO jedoch weiterbestehen. Das Kunstwort Traton steht demnach für Tradition, Transport und die Transformation der Branche, die zweite Silbe ist dem Wort Tonnage, dem Wort für Ladekapazität für Fracht, entliehen.

Die Namensänderung soll im dritten Quartal vollzogen werden. "Das wird unser Lkw- Geschäft auf dem Weg zur Kapitalmarktfähigkeit stärken", erklärte Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratschef von Volkswagen und von VW Truck & Bus.

Börsengang soll mehr als sechs Milliarden Euro einbringen

 Volkswagen hofft bei einem Börsengang seiner Lkw-Sparte auf Einnahmen in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Auf die Frage, ob er tatsächlich mit einem Emissionserlös von rund sechs Mrd. Euro rechne, sagte VW-Truck-Vorstand Andreas Renschler dem "manager magazin": "Das dürfte gern ein bisschen mehr sein."

Der genaue Zeitpunkt eines Börsengangs hänge wie die Höhe der gegebenenfalls zum Verkauf angebotenen Anteile auch von der Stimmung am Finanzmarkt ab. Geplant sei der Sprung aufs Parkett derzeit für den Sommer 2019, rund 25 Prozent der Anteile sollen verkauft werden.

Allianz mit Ford bei Transportern wird geprüft

Gleiochzeitig prüfen VW und Ford eine strategische Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen. Die beiden Autobauer untersuchen mehrere Gemeinschaftsprojekte, darunter die gemeinsame Entwicklung von Modellen, wie VW und Ford mitteilen. Sie hätten dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen zu stärken. Bei der möglichen Zusammenarbeit sei keine Überkreuzbeteiligung geplant. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, VW und Ford loteten eine Allianz bei Transportern aus.

Ziel: Weniger Geld für die Entwicklung

Mittels der Allianz wollen VW und Ford Entwicklungs- und Produktionskosten teilen, erklärten mit den Plänen Vertraute weiter. Hintergrund für die Kontaktaufnahme ist dem Vernehmen nach auch, dass für Transporter mit Pkw-Zulassung ab 2020 in Europa die gleichen CO2-Vorgaben gelten wie für Personenwagen. Herstellern, die die Grenzwerte überschreiten, drohen Strafzahlungen.

Fahrzeuge wie der Transporter oder der Crafter von VW haben aufgrund ihrer Bauweise einen größeren Luftwiderstand und verbrauchen oft mehr Kraftstoff als kleinere Personenwagen. Ford ist ein führender Hersteller von leichten Nutzfahrzeugen in den USA. Der Pickup F-Serie war jahrzehntelang das meistverkaufte Fahrzeug in den Vereinigten Staaten.

VW kooperiert bereits mit Hino Motors

Im April erst hatte der Wolfsburger Konzern, zu dem die Lkw-Marken MAN und Scania gehören, eine Kooperation mit dem japanischen Hersteller Hino Motors, einer Tochter des VW-Rivalen Toyota, angekündigt. VW Truck ist zudem am US-Lkw-Hersteller Navistar mit knapp 17 Prozent beteiligt und hat eine komplette Übernahme nicht ausgeschlossen. (reuters/apa/red)

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