Autoindustrie

VW-Chef Müller weist Flirtversuche von Fiat scharf zurück

Matthias Müller hat die Avancen von Sergio Marchionne für einen Zusammenschluss von Volkswagen und Fiat Chrysler brüsk zurückgewiesen: Man habe derzeit wirklich andere Sorgen als Übernahmen. Doch der Fiat-Chef lässt sich nicht beirren.

Volkswagen hat die Avancen von Fiat-Chef Sergio Marchionne für einen Zusammenschluss der beiden Autobauer brüsk zurückgewiesen. Er habe Marchionne seit Monaten weder getroffen noch gesprochen, sagte Konzernchef Matthias Müller auf der Automesse in Genf der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich bin für nichts gesprächsbereit, ich kümmere mich um VW, ich kümmere mich doch nicht um Fiat", ergänzte er.

VW habe andere Sorgen zurzeit als Übernahmen. Marchionne hatte eine Übernahme von Fiat durch Volkswagen ins Gespräch gebracht, nachdem sich der französische PSA-Konzern mit General Motors geeinigt hat, die deutsche GM-Tochter Opel zu übernehmen.

Marchionne will eigentlich General Motors - aber VW wäre auch o.k.

Das Zusammengehen des Peugeot-Herstellers mit der deutschen Traditionsmarke setzt nach Einschätzung Marchionnes vor allem VW unter Druck. Dem europäischen Marktführer sei damit eine starke Nummer zwei auf den Fersen. Zwar sei General Motors noch immer der Wunschpartner von Fiat-Chrysler, aber der Wolfsburger Konzern wäre eine gute Alternative. "Ich habe keinen Zweifel, dass sie zur rechten Zeit auftauchen und darüber einen Schwatz halten werden."

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Müller sagte dazu: "Ich habe mit ihm seit Monaten nicht gesprochen." Auch habe Marchionne in Genf nicht an der Sitzung der Vorstandschefs aller europäischen Autohersteller im europäischen Branchenverband ACEA teilgenommen.

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Marchionne wirbt schon seit längerem um die Gunst anderer Autokonzerne. 2015 war er an GM herangetreten, hatte sich jedoch einen Korb abgeholt. Vor knapp einem Jahr hatte der Fiat-Chrysler-Chef dann schon einmal VW, aber auch Toyota und Ford als ebenfalls geeignete Fusionspartner bezeichnet.

Der italienisch-amerikanische Autobauer sucht einen starken Verbündeten, um die hohen Investitionen stemmen zu können. Diese sind notwendig, weil die Autoindustrie mehrere Trends gleichzeitig vorantreiben muss: elektrisches und autonomes Fahren, Mobilitätsdienstleistungen und immer mehr digitale Funktionen in Fahrzeugen.

Auch Mary Barra ließ Marchionne bereits abblitzen

Doch schon GM-Chefin Mary Barra ließ Marchionne abblitzen. Dieser lässt sich davon nicht kleinkriegen. "Ich schließe niemals eine Tür. Ich könnte schamlos wieder anklopfen", sagte er mit Blick auf GM. "Ohne mit der Wimper zu zucken." (reuters/apa/red)

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