Batterien

VW-Chef Diess: Zulieferer sollen in Batteriezellproduktion einsteigen

Herbert Diess drängt deutsche Zulieferer zum Einstieg in die Batteriezellproduktion. "Wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung", so der Chef von Volkswagen. Es sei jedoch nicht zu spät für einen Einstieg.

Volkswagen-Chef Herbert Diess drängt deutsche Zulieferer zum Einstieg in die Batteriezellproduktion. Er sei mit deutschen Zulieferern darüber "im Gespräch", sagte Diess der "Wirtschaftswoche".

Diess: Eine neue Industrie mit einem Umsatz wie alle Autozulieferer zusammen

Viele Firmen seien der Ansicht, es sei mittlerweile zu spät für einen Einstieg. Er sei aber "vom Gegenteil überzeugt", betonte der VW-Chef. Bereits in den vergangenen Jahren habe er versucht, deutsche Unternehmen zum Einstieg in die Batterieproduktion zu bewegen - allerdings erfolglos.

"Wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung", führte Diess aus. "Wenn der Green Deal der EU so kommt, wie es sich abzeichnet, dann decken die bisher angekündigten Batteriefabriken in Europa nur etwa fünf bis zehn Prozent des Bedarfs." Wenn der Klimaplan der EU umgesetzt werde, würden in Europa 40 Batteriefabriken benötigt.

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Diess geht nach eigenen Angaben davon aus, dass bei den Batterien in wenigen Jahren eine Industrie entsteht, die so viel Umsatz hat wie alle Autozulieferer in Summe. Es gebe bei den Zulieferern deshalb zu Unrecht die Befürchtung, dass sich mit den Batterien nicht genug verdienen lasse.

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Synthetische Kraftstoffe und Brennstoffzelle: "Bestenfalls Nischenanwendungen"

Auch die klassischen Anlagenbauer aus Deutschland seien gefragt, sagte der VW-Chef. "Da geht es um Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Chemie. Alles Dinge, die deutsche Unternehmen beherrschen." Doch statt über eigene Batteriefabriken "diskutieren wir lieber über synthetische Kraftstoffe", kritisierte Diess. Synthetische Kraftstoffe, die mit erneuerbarer Energie und Wasserstoff hergestellt werden, seien jedoch "bestenfalls für Nischenanwendungen" geeignet.

"Die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen verbraucht große Mengen Strom. Bei gleicher Strecke braucht ein Auto mit synthetischen Kraftstoffen fünf bis sechs Mal mehr Strom als ein E-Auto", erläuterte er. "Wer auch 2030 noch mit seinem Porsche 911 mit Verbrenner fahren möchte, der tankt dann eben für fünf Euro pro Liter einen synthetischen Kraftstoff." (afp/apa/red)