Personalia

VW-Chef Diess vor Vertragsverlängerung

Nach zwei Anläufen könnte der Vertrag von VW-Konzernchef Herbert Diess (62) jetzt doch vorzeitig verlängert werden.

VW-Konzernchef Herbert Diess

Der Aufsichtsrat von Volkswagen werde bei einer Sitzung am Freitag über einen Vierjahresvertrag bis Oktober 2025 beraten, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen . Über Details werde noch gesprochen.

Hauptthema des Treffens der VW-Kontrolleure ist die für nächste Woche angekündigte Präsentation der Konzernstrategie 2030. Ein Sprecher des Aufsichtsrats wollte sich dazu nicht äußern. Volkswagen war nicht unmittelbar für eine Stellungnahme zu erreichen.

Vorzeitige Verlängerung war bereits im Gespräch 

Diess hatte bereits zweimal im vergangenen Jahr einen Vorstoß zu einer vorzeitigen Verlängerung seines bis 2023 laufenden Vertrags unternommen. Dagegen stemmte sich der frühere VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Zwischen Diess und den Arbeitnehmervertretern kam es mehrfach zu Konflikten über das vom Konzernchef forcierte Tempo beim Umschwung des Autoherstellers zu Elektromobilität. Denn das geht mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen einher. Mittlerweile hat Osterloh aber die Seiten gewechselt und ist Personalvorstand bei der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton. Doch auch die Eignerfamilien Porsche und Piech verhielten sich in der Vergangenheit reserviert zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung, obwohl sie Diess' Pläne prinzipiell unterstützen, wie Insider sagten.

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Mit einer Verlängerung bis 2025 in der Tasche kann Diess die Weichen stellen für den Weg des weltweit zweitgrößten Autokonzerns zu CO2-neutralen Produkten und Produktion. Der ehemalige BMW-Manager war Mitte 2015 - wenige Monate vor Bekanntwerden des VW-Dieselskandals - als Chef der Hauptmarke VW nach Wolfsburg gewechselt. Schon damals zog er wegen seines forschen Auftretens und seines Tempos bei Veränderungen Kritik auf sich. Im April 2018 rückte Diess an die Konzernspitze. Er machte gleich klar, dass er die aus seiner Sicht verkrusteten Strukturen aufbrechen und Volkswagen flexibler machen wolle, um es mit dem US-Elektroautopionier Tesla aufzunehmen. (apa/red)