Elektromobilität

VW-Aufsichtsratschef Pötsch will deutsch-österreichisches E-Ladenetz

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch schlägt angesichts des schleppenden Ausbaus der Lademöglichkeiten für Elektroautos eine gemeinsame Initiative von Deutschland und Österreich vor.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir schon heute an der Vernetzung der E-Mobility-Infrastruktur arbeiten würden", sagte der gebürtige Österreicher zu einem möglichen koordinierten Vorgehen beider Staaten in dieser Frage. Eine "länderübergreifende, nutzerfreundliche Infrastruktur" könne hilfreich sein, sagte Pötsch in seiner Begrüßungsrede einer virtuellen Veranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Handelskammer in Österreich, deren Präsident er ist.

Die deutsche Regierung fördert die Erweiterung des Ladepunkte-Angebots mit Milliarden, Autobauer investieren in firmeneigene Netze und sind Teil von Industriekonsortien für das "Stromtanken" an Fernstrecken. Das nötige Ausbautempo fällt nach Beobachtung vieler Branchenkenner bisher aber hinter die zunehmende Nachfrage nach E-Fahrzeugen zurück.

"Deswegen ist gerade jetzt ein enger technologischer Schulterschluss zwischen Deutschland und Österreich wichtig", meinte der Chefkontrolleur von Volkswagen mit Blick auf die Debatte. "Dabei sollten wir uns auf jene Themenfelder konzentrieren, die sich schon jetzt durch eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auszeichnen. Dazu gehört unser gemeinsames Know-how in der gesamten Mobilitätswirtschaft oder in der Umwelttechnologie." An dem Online-Termin nahmen auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und ihr deutscher Amtskollege Peter Altmaier (CDU) teil.

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Die engen wirtschaftlichen Kontakte beider Länder hätten sich auch im ersten Coronajahr 2020 als stabil erwiesen, sagte Pötsch. "Sollten wir je wieder Maßnahmen zur Eindämmung von Pandemien umsetzen müssen, gilt es, Grenzschließungen wo immer möglich zu vermeiden", so der VW-Aufsichtsratschef. "Dafür benötigen wir definitiv einen intensiveren Austausch und eine gemeinsame Beurteilung der zuständigen Behörden." Es sei 2020 gelungen, die "magische Grenze" von rund 100 Milliarden Euro Außenhandelsvolumen zwischen Deutschland und Österreich in etwa zu halten: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." Die Politik habe viel geholfen.

Die Wirtschaftsminister von Österreich und Deutschland hatten zuvor die Bedeutung der engen wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder hervorgestrichen. Gleichzeitig betonten Schramböck und Altmaier, wie wichtig es für Europa sei, bei Zukunftstechnologien nicht gegenüber den USA und China ins Hintertreffen zu geraten. (apa/dpa)