Logistik

Vorarlberg arbeitet an einem neuen Konzept für den Güterverkehr

Das Land Vorarlberg erarbeitet unter enger Einbindung der heimischen Wirtschaft ein Güterverkehrskonzept. Im Lockdown habe sich gezeigt, wie wichtig funktionierende Lieferketten sind, so Verkehrslandesrat Marco Tittler (ÖVP). Auch Nadelöhre seien zutage getreten.

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Das Land Vorarlberg erarbeitet bis Ende 2021 unter enger Einbindung der heimischen Wirtschaft ein Güterverkehrskonzept. Abgeklärt werden sollen insbesondere der künftige Kapazitätsbedarf und damit einhergehende Infrastrukturmaßnahmen, informierten die beiden Landesräte Marco Tittler (ÖVP) und Johannes Rauch (Grüne). Die Ausarbeitung des Konzepts ist im schwarz-grünen Regierungsprogramm enthalten und wird jetzt - auch als Folge des Lockdowns - vorgezogen.

"Der Lockdown und seine wirtschaftlichen Folgen haben wie ein Brennglas funktioniert", stellte Wirtschafts- und Verkehrslandesrat Tittler fest. Es habe sich gezeigt, wie wichtig funktionierende Lieferketten sind, auch Nadelöhre seien zutage getreten. Das Güterverkehrskonzept werde ein "zentrales Strategiedokument" darstellen, das beginnend bei den grenzüberschreitenden Verbindungen bis hin zur letzten Meile sämtliche Aspekte beleuchten werde.

Zuerst Datenbasis, dann Projekte definieren, dann Umsetzung

Laut Tittler wird in einem ersten Schritt eine Datenbasis zum Güterverkehr geschaffen, die durch eine Prognose für den Zeithorizont 2035/40 ergänzt wird. Daraus sollen in weiterer Folge Handlungsfelder und ein Umsetzungsprogramm erarbeitet werden.

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Mobilitätslandesrat Rauch betonte, dass es "wirtschaftliche Prosperität und Klimaneutralität" unter einen Hut zu bringen gelte. Die Schiene bilde das Rückgrat für den Gütertransport, und die Wirtschaft sei in hohem Maß bereit, auf die Schiene zu setzen - allerdings müsse das Angebot dafür stimmen, sagte Rauch. So werde etwa im Rheintal ein Überholgleis gebaut, damit künftig ein konfliktfreieres Miteinander von Güter- und Personenverkehr möglich sein werde. Als Positivbeispiel in Sachen Güterverkehr hob der Mobilitätslandesrat die Schweiz hervor. Dort spielten sich schon zwei Drittel des Güterverkehrs auf der Schiene ab.

Konzept beendet laufende Maßnahmen nicht

Tittler betonte weiters, dass bereits laufende Maßnahmen - etwa in Sachen Zollabwicklung am Güterbahnhof in Wolfurt - durch das zu erarbeitende Konzept nicht infrage gestellt sind. "Diese setzen wir natürlich fort", unterstrich er. Dasselbe gelte für die schon lange geplanten Infrastrukturprojekte wie die Bodensee-Schnellstraße (S18), für die die Asfinag noch heuer eine Trassenentscheidung angekündigt hat. Sehr wohl komme es aber zu einer inhaltlichen Abstimmung mit Konzepten wie der Rohstoff- und Deponiestrategie 2021 oder der Machbarkeitsuntersuchung zur längerfristigen Entwicklung der Schieneninfrastruktur in Vorarlberg. (apa/red)