Stahlindustrie

Vor Fusion mit Thyssen: Rückgänge bei Tata Steel in Europa

Vor der Fusion mit der Stahlsparte des Industriekonzerns Thyssenkrupp meldet der indische Stahlhersteller starke Rückgänge in den europäischen Werken. Grund dafür ist der Ausfall eines Hochofens in England sowie Belastungen in den Niederlanden.

Wegen Wartungsarbeiten ist ein Hochofens im britischen Werk Port Talbot (hier im Bild) ausgefallen.

Der indische Stahlkonzern Tata Steel Europe kämpft vor der geplanten Fusion mit der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit Einbußen. Die Produktion der europäischen Werke sei im abgelaufenen Quartal nach vorläufigen Zahlen von 2,67 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum auf 2,33 Millionen Tonnen zurückgegangen, teilte der Konzern mit. Der Absatz sei von 2,44 auf 2,3 Mio. Tonnen geschrumpft.

Diese Gründe werden genannt

Als Grund nannte Tata den Ausfall eines Hochofens im britischen Werk Port Talbot (hier im Bild) wegen Wartungsarbeiten. Zudem habe es sowohl dort als auch im niederländischen Werk IJmuiden weitere operative Belastungen gegeben. Der Produktionsrückgang und die Anpassungen an den Produktmix würden sich auf die Geschäftszahlen auswirken.

Thyssenkrupp legt Mitte Februar seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende September) vor. Sollte die Geschäftsentwicklung der Stahlsparten beider Unternehmen stark voneinander abweichen, könnte dies erneut Fragen nach der Bewertung des gemeinsamen Unternehmens aufwerfen, an dem beide Seiten jeweils die Hälfte halten sollen.

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Zweitgrößter Stahlkonzern Europas geplant

Thyssenkrupp und Tata wollen den zweitgrößten europäischen Stahlkonzern nach ArcelorMittal schmieden. Der Konzern würde etwa 48.000 Mitarbeiter beschäftigen und könnte jährlich rund 21 Mio. Tonnen des Werkstoffs produzieren und einen Umsatz von 17 Mrd. Euro erzielen.

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Die Unternehmen benötigen noch die Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden. Die EU-Kommission hatte Anfang Dezember wegen fehlender Unterlagen das Verfahren angehalten, das ursprünglich bis zum 19. März abgeschlossen werden sollte. Thyssenkrupp erklärte, die angeforderten Unterlagen eingereicht zu haben. Diese würden derzeit von der Kommission geprüft. (reuters/apa/red)

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