Autoindustrie

Volkswagen rechnet mit Lieferengpässen - wegen Abgastests

Bei Volkswagen könnten in der zweiten Jahreshälfte eventuelle "Anpassungen in der Produktion" kommen. Grund ist der neue Abgas-Teststandard WLTP, der für schwierige Umstellungen im Ablauf sorgt.

Die Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP droht Volkswagen Lieferengpässe bei bestimmten Modellen zu bescheren. Wenn der Prüfzyklus zur Bestimmung von Verbrauch sowie Schadstoff- und CO2-Emissionen eingeführt wird, könne es in der zweiten Jahreshälfte bei der Kernmarke VW Pkw zu "Anpassungen in der Produktion" kommen, teilte das Unternehmen mit.

Produktionsablauf könnte verändert werden

Das bedeutet, das der Autobauer gezwungen sein könnte, einen Teil der normalen Produktionsabläufe wegen zusätzlichen Aufwands umzuplanen. Einem Bericht der Branchenzeitung "Automobilwoche" zufolge denkt der Autobauer deshalb auch über eine Verkürzung der Werksferien nach. Nach dpa-Informationen geht es allerdings nicht um die Werksferien, sondern vor allem um mögliche Lieferengpässe. Davor hatte bereits der neue Konzernchef Herbert Diess Anfang Mai auf der Hauptversammlung gewarnt. Aktuell dazu: "Kulturwandel" bei VW: Umgestaltung unter Diess wird konkreter >>

"Falls es Entscheidungen zu veränderten Fahrweisen an Fertigungsstandorten geben sollte, werden die Mitarbeiter frühestmöglich informiert", schrieb die "Automobilwoche". Alle Beteiligten arbeiten nach VW-Angaben mit Hochdruck daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

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Neue Tests ab September kommen

Zum 1. September 2018 sind für neu zugelassene Pkw zertifizierte WLTP-Messungen erforderlich. Derzeit müssen VW-Kunden dem Bericht zufolge bei einer Neuwagen-Bestellung eine "Zusatzvereinbarung WLTP" unterschreiben, wenn ihnen die neuen Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte noch nicht mitgeteilt werden können.

Unter Berufung auf interne Dokumente meldete das Blatt, die VW-Händler seien informiert worden, dass man für betroffene Bestandsfahrzeuge "eine Ausnahmegenehmigung mit einer entsprechenden Fristverlängerung für die Erstzulassung beim (Kraftfahrt-Bundesamt) KBA beauftragen" werde.

Gleichzeitig strafft VW sein Angebot. So wird der Passat mit 120-PS-Dieselmotor nach der Modellüberarbeitung serienmäßig über ein SCR-System zur Abgasreinigung verfügen. Bisher war dies eine Zusatzausstattung. Darüber hinaus sollten wenig nachgefragte Motor-Getriebe-Varianten mit dem Modelljahr 2018 auslaufen und nicht mehr auf WLTP umgestellt werden. So soll es etwa den Allrad-Tiguan mit 150-PS-Diesel künftig nur noch mit Doppelkupplungsgetriebe geben. (dpa/apa/red)

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