VW-Skandal

Volkswagen kommt bei der Umrüstung von Dieselautos voran

Volkswagen kommt mit der Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge voran: Letzte Woche kam grünes Licht für die Umrüstung von 800.000 Fahrzeugen. Jetzt kommt vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt eine weitere Freigabe für Wagen mit 2,0-Liter-Dieselmotor.

Volkswagen kommt mit der Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge voran. Nachdem das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorige Woche grünes Licht für die Reparatur von gut 800.000 Fahrzeugen gegeben hatte, erteilte die Flensburger Zulassungsbehörde nun die Freigabe für weitere 1,1 Millionen Wagen mit 2,0-Liter-Dieselmotor.

Damit können nun auch die Besitzer von Modellen wie dem kompakten Geländewagen Tiguan und dem Caddy von VW angeschrieben werden. Wie zuvor schon bei Passat, CC und Eos habe das KBA auch bei diesen Modellen bestätigt, dass sich weder Verbrauch noch Leistung und Geräuschemission durch die Umrüstung verändern, teilte Volkswagen diese Woche mit.

Rückrufe laufen auch in Österreich

In Österreich waren in der Vorwoche zu den angekündigten 4.600 Passat und Eos noch einmal weitere 1.600 Passat für ein kurzes Software-Update in die österreichischen Werkstätten gerufen worden.

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Jetzt wurden von Generalimporteur Porsche Austria weitere 9.000 Caddy und 6.000 Tiguan für das Update genannt.

Auch bei der Konzerntochter Audi sei der Rückruf angelaufen, teilt Volkswagen mit. Dort habe das KBA die Freigabe für die Modelle A4, A5, A6 sowie für den Geländewagen Q5 mit Zwei-Liter-Motor erteilt. Die Umrüstung des Exeo von Seat mit dem gleichen Motortyp (EA 189) laufe bereits.

Damit habe das Kraftfahrt-Bundesamt bisher die Reparatur von insgesamt mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen verschiedener Marken des Konzerns genehmigt. Der Rückruf hatte im Februar mit dem Geländewagen Amarok begonnen, war danach aber ins Stocken geraten, weil das KBA Nachbesserungen beim Passat forderte.

VW hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sich der für das zweite Quartal geplante Rückruf der Modelle mit 1,2-Liter-Motor verzögere. Bis Jahresende wollen die Wolfsburger auch die 1,6-Liter-Wagen umrüsten. Bei diesen muss neben einer neuen Software auch ein Teil eingebaut werden.

Die Besitzer der Dieselautos, deren Umrüstung jetzt freigegeben wurde, werden sukzessive angeschrieben und erhalten einen Termin von ihrer Werkstatt. Die Reparatur wird von der Flensburger Behörde nach Typen zugelassen, weil je nach Bauart eine andere Software nötig ist. Sie soll die illegale Abschalteinrichtung ersetzen, die dafür sorgt, dass die Wagen Abgasgrenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber auf der Straße.

Aufgeflogen war der Dieselskandal in den USA, wo noch über eine Lösung für insgesamt fast 600.000 Fahrzeuge verhandelt wird. Weltweit muss Volkswagen rund elf Millionen Dieselfahrzeuge in die Werkstätten rufen oder zurücknehmen. Der größte Teil entfällt mit 8,5 Millionen auf Europa.

(reuters/apa/red)

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