Autoindustrie

Volkswagen kann allen Angriffen trotzen - und erhöht seinen Gewinn weiter

Der weltgrößte Autobauer hat trotz allen Belastungen seinen Gewinn in den ersten neun Monaten weiter ausgebaut. Der Umsatz betrug 175 Milliarden Euro. Freilich bleibt weiter viel zu tun - etwa beim neuen Standard WLTP.

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Volkswagen hat trotz aller Debatten über drohende Diesel-Fahrverbote, des Streits um Hardware-Nachrüstungen und der Probleme mit neuen Abgastests in den ersten neun Monaten 2018 mehr verdient. Der Nettogewinn stieg um 24 Prozent auf knapp 9,4 Mrd. Euro, wie der Konzern bekannt gab. Auch im Gesamtjahr sollen die Zahlen besser ausfallen als zunächst erwartet.

Im dritten Quartal allerdings haben sowohl die Einführung der neuen Abgastest-Standards als auch eine Geldstrafe in der Diesel-Affäre den Konzern kräftig belastet: Der Konzern kam bei der Neu-Zertifizierung seiner Modelle nach der WLTP-Methode nicht hinterher - in der Folge rutschte das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 18,6 Prozent auf 3,51 Mrd. Euro ab. Den Umsatz konnte Volkswagen um 0,9 Prozent auf 55,2 Mrd. Euro steigern.

Unterm Strich kam die 800-Mio.-Euro-Geldstrafe für die Oberklassetochter Audi den Konzern teuer zu stehen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Nettogewinn dennoch bei 2,76 Mrd. Euro auf mehr als das Doppelte - vor einem Jahr hatte VW mit 2,6 Mrd. Euro deutlich mehr Kosten für die Diesel-Affäre verbucht.

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Im laufenden Geschäft von Jänner bis September lag das Ergebnis vor Sondereinflüssen mit 13,3 Mrd. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (13,2 Mrd. Euro). Besondere Effekte eingerechnet gab es ein kleines Plus von 10,6 Mrd. auf rund 10,9 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um 2,7 Prozent auf 174,6 Mrd. Euro.

Volkswagen bestätigte zudem seine Ziele für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll um bis zu 5 Prozent über dem Vorjahreswert (230,7 Mrd. Euro) liegen, die Rendite - also der Anteil des operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen am Umsatz - bei 6,5 bis 7,5 Prozent.

Die Netto-Liquidität lag Ende September bei 24,8 Mrd. Euro - 2,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. "Der Volkswagen-Konzern verfügt über die notwendige Finanzkraft, um die erheblichen Zukunftsinvestitionen, die wir für die kommenden Jahre planen, aus eigener Kraft zu finanzieren", sagte Finanzchef Frank Witter. Allerdings stieg die Gesamtrechnung zur Bewältigung des Abgas-Skandals inzwischen auf 28,2 Mrd. Euro.

Vor allem wegen der Schwierigkeiten rund um den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP hatte VW im September einen Einbruch bei den Auslieferungen verbucht. Dennoch stieg die Zahl der Auslieferungen in den ersten neun Monaten um 4,2 Prozent auf 8,1 Millionen Fahrzeuge. (dpa/apa/red)

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