Volkswagen: Aufsichtsrat spricht über Audi-Chef Stadler

Im Aufsichtsrat von Volkswagen steht die Personalie Rupert Stadler oben auf der Tagesordnung. Der Konzernchef von Audi sitzt seit drei Monaten in Haft. Wie es heißt, wird er seinen Posten nun auch offiziell räumen müssen.

Der Volkswagen-Aufsichtsrat spricht bei seiner nächsten Sitzung auch über die Zukunft des seit drei Monaten inhaftierten Audi-Chefs Rupert Stadler. "Es ist nicht klar, dass es zu einer Entscheidung kommt", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, Stadler werde seinen Posten nach Einschätzung von Konzernkennern wahrscheinlich endgültig räumen müssen. Volkswagen und Audi wollten sich nicht dazu äußern.

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Stadlers Vertrag bei Audi läuft bis 2022 - eigentlich

Stadlers Vertrag als Mitglied des Volkswagen-Konzernvorstandes läuft Ende 2019 aus, sein Vertrag als Audi-Chef läuft noch bis 2022. Er wurde im Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Dieselskandal verhaftet.

Die Aufsichtsräte von VW und Audi entbanden ihn damals sofort von seinen Aufgaben als VW-Vorstand und Audi-Chef, "bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat". Seither leitet Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot das Unternehmen als kommissarischer Vorstandschef.

Organisatorische Gründe für die Trennung - keine neuen Vorwürfe bekannt

Kommt es zur Trennung, hätte das vornehmlich organisatorische Gründe, berichtete der "Spiegel". Neue belastende Hinweise in Bezug auf Stadlers Rolle in der Dieselaffäre seien nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wirft Stadler vor, nach Aufdeckung der Abgasbetrügereien 2015 in den USA den Verkauf von Autos mit illegaler Software in Europa geduldet zu haben.

VW hatte im Juli einen Wechsel von BMW-Einkaufschef Markus Duesmann in den Konzernvorstand von Volkswagen bekanntgegeben. Er könnte neuer Audi-Chef werden. Allerdings ist er durch seinen Vertrag bei BMW noch zwei Jahre gebunden - außer die beiden Konzerne verständigen sich auf eine frühere Freigabe. (dpa/apa/red)

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