Antriebstechnik

Voith macht den Standort Weiz zum Kompetenzzentrum für Schiffsantriebe

Die steirische Stadt Weiz wird ein Kompetenzzentrum für Schiffsantriebe. Der mehrheitlich zu Voith gehörende Elektromotorenbauer Elin produziert hier den vollelektrischen Schiffsantrieb Voith Schneider Propeller (eVSP), der erst seit 2020 auf dem Markt ist.

Die oststeirische Stadt Weiz mit ihren rund 12.000 Einwohnern wird ein Kompetenzzentrum für Schiffsantriebe. Der Elektromotorenbauer Elin hat am Standort Preding-Weiz einen Millionenbetrag in die neue Fertigung von speziellen Antrieben von Voith investiert. Für Elin-Geschäftsführer Wolfgang Landler ist es ein "absolutes Leuchtturmprojekt, eine richtig coole Sache für den Standort", wie er der "Kleinen Zeitung" sagte.

Voith Schneider Propeller seit 2020 am Markt

Die sogenannten elektrischen Voith Schneider Propeller, kurz eVSP, basieren auf einer Weiterentwicklung des Mehrheitsgesellschafters Voith, in die auch Experten von Elin eingebunden waren. Der vollelektrische und emissionsfreie Schiffsantrieb wurde 2020 auf den Markt gebracht - und wird auch am Standort in Weiz sowie im Werk in Bosnien in Kleinserien produziert, wie Landler betont: "Den Antrieb fertigen wir hier in Weiz, das ist auch vom Innovationsgrad und der technologischen Basis anspruchsvoll". In Weiz sei dafür ein siebenstelliger Euro-Betrag investiert worden, "das trägt auch ganz massiv zur weiteren Standortsicherung bei".

Der Antrieb, der mit einem Durchmesser von rund vier Metern etwa acht Tonnen auf die Waage bringt, erlaube - durch die am Unterbau des Schiffes angebrachten Propeller - Wendemanöver auf engstem Raum, so Landler, das sei beispielsweise bei Lasten-, Kran- oder Fährschiffen sehr gefragt.

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Elin gehört mehrheitlich zu Voith

Voith hatte im Frühjahr 70 Prozent der Anteile an Elin Motoren übernommen. Neben Weiz, wo insgesamt rund 440 der 1.000 Mitarbeiter beschäftigt werden, betreibt Elin auch Standorte in Ungarn und Bosnien. Das Werk in Indien, das derzeit noch als Joint Venture mit dem Partner Suzlon läuft, werde Elin nun zur Gänze übernehmen, "wir werden dort aber nur für den indischen Markt produzieren", so Landler. (apa/red)

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