Stahlindustrie

USA bleiben ein Zukunftsmarkt, Nord Stream fast abgeschlossen

Bei Autos werden Antriebe mit Wasserstoff den Strommotoren auf Dauer davonfahren, sagt Wolfgang Eder - weil die Batterie weit weniger nachhaltig sei wie es scheint. Trotzdem beliefert Voestalpine fleissig beide Segmente.

Die Ankündigungen von US-Präsident Trump, unter dem Motto "America first" US-Firmen vorzuziehen und alle zu bestrafen, die mit Russland Geschäfte machen, sieht Voestalpine-Chef Eder inzwischen deutlich entspannter. Es habe sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch die USA für ihre Sicherheit auf den Import gewisser Stahlsorten angewiesen sei. Die USA bleiben für die Voest ein Zukunftsmarkt.

Sanktionen gegen Russland kein allzu großes Problem

Auch Sanktionen gegen Firmen, die im russischen Energiesektor Geschäfte machen, werden inzwischen von der US-Regierung deutlich verwässert, so Wolfgang Eder. Dazu komme, dass die Rohr-Lieferungen der Voestalpine für das Pipelineprojekt Nord Stream fast abgeschlossen seien und das Russland-Geschäft der Voest danach kaum mehr ins Gewicht falle.

Das angekündigte Infrastrukturprogramm der USA "wäre schön", so Eder. Er zweifelt allerdings daran. Denn ähnliche Programme seien schon unter Donald Trumps Vor-Vorgänger George Bush angekündigt und nie umgesetzt worden. Insbesondere beim Ausbau der Bahn hätte die Voestalpine gute Chancen.

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Zu österreichischen Wirtschaftsprogramm meint Eder, "endlich" sei eine integrierte Energie- und Klimapolitik bis 2030 angekündigt. "Was auf EU-Ebene nötig ist, wird gemacht", verspricht Eder, aber es solle keine nationalen österreichischen Verschärfungen in Österreich geben.

Arbeitszeitflexibilisierung wichtig

Arbeitszeitflexibilisierung bleibt ein wichtiges Anliegen. Es reiche nicht, dass auch jetzt schon gewisse Flexibilisierungen irgendwie ermöglich werden, weil diese nur "Standards unter Nachsicht aller Taxen" seien und teilweise "am Rande der Legalität". Die Ankündigungen der Regierung dazu seien zwar positiv, aber "bisher wurde nur etwas dazu gesagt. Wir warten auf die Taten".

Auch hofft Eder darauf, dass die neue Regierung die Wiener Börse stärkt. Die größten heimischen Unternehmen seien dort notiert, hätten aber zum Glück angesichts guter Geschäfte zuletzt kein Kapital gebraucht. Derzeit könne die Börse Wien von ihren Voraussetzungen her nicht mit der Schweizer Börse oder anderen internationalen Börsen mithalten. Börsengänge oder Kapitalerhöhungen in Wien werde es erst geben, "wenn sich die Voraussetzungen ändern".

Forschungsfinanzierungsgesetz gut

Das Forschungsfinanzierungsgesetz mit einer dauerhaften Forschungsquote von 3,76 Prozent findet Eder positiv - wenn er sich auch eine Quote von 4 Prozent wünschen würde.

(APA/red)

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