Bahnindustrie

Voest: Mit neuer Sparte zum Komplettanbieter für Bahnsysteme

Der heimische Stahlriese baut seine "Metal Engineering Division" um: Die Produktion von Schienen, Weichen, Bahnschwellen und Überwachungssystemen bekommt einen eigenen Geschäftsbereich. Das Ziel der Sparte: Weniger Gewinne mit Stahl und noch mehr mit Hightech.

Der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine strukturiert die Unternehmensdivision "Metal Engineering" um: die Aktivitäten der Bereiche Schienen, Weichen, Befestigungen, Bahnschwellen und digitale Überwachungssysteme werden im neuen Geschäftsbereich "Railway Systems" organisatorisch zusammengezogen. Divisionschef bleibt Franz Kainersdorfer.

Voest wird neuer Komplettanbieter für Bahnsysteme

Die Voest steigt damit zum weltweiten Anbieter für komplette Bahninfrastruktursysteme auf.

Die Umstrukturierung sei ein weiterer Schritt in der Entwicklung der Voest vom klassischen Stahlunternehmen zum Technologiekonzern, so Konzernchef Wolfgang Eder. Das Unternehmen sei international "Vorreiter bei smarten Bahninfrastruktursystemen".

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"Der Wertanteil des Werkstoffes Stahl liegt bei derartigen Gesamtlösungen heute bei unter fünf Prozent“, so Eder weiter. Mittelfristig strebt der Konzern in diesem Segment einen Umsatz von zwei Milliarden Euro an.

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Hier eine kurze eigene Präsentation der Voestalpine zum Bereich Bahnindustrie. 

7.000 Mitarbeiter an weltweit 70 Standorten

Im Bereich Bahninfrastruktursysteme beschäftigt der Konzern rund 7.000 Mitarbeiter an weltweit 70 Standorten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 erzielte die Voestalpine mit ihren Bahnaktivitäten laut Eigenangaben einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro.

Der globale Trend zur Urbanisierung sowie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ließen ein durchschnittliches Wachstum von annähernd drei Prozent jährlich erwarten, teilte der Konzern in einer Aussendung mit. Mittelfristig sollen die Erlöse in diesem Bereich auf 2 Mrd. Euro anziehen, so die Erwartung.

Voestalpine, Railway, Systems, Voestalpine, Railway, Systems, bahn, bahnindustrie, metall, stahl © Markus Kaiser, Graz | www.markus-kaiser.at

120 Meter lange Schienen aus Leoben

Die Voestalpine liefert ultralange Schienen (120 Meter), die in Leoben-Donawitz erzeugt werden, Spezialweichen für Fahrtgeschwindigkeiten bis zu 380 km/h bzw. Achslasten über 40 Tonnen, die sie mit bis zu 40 Sensoren verbaut. Diese erfassen die Funktionsfähigkeit der Weiche und bei voller Geschwindigkeit die Temperatur der Waggonachsen.

"Durch intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie gezielte Akquisitionen haben wir in den letzten Jahren ein umfassendes Know-how in der Monitoring- und Signaltechnologie aufgebaut", berichtet Voestalpine-Vorstand Kainersdorfer.

Eine Gewinnmarge um die zehn Prozent

Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) im Bahngeschäft liege im Schnitt der vergangenen Jahre bei 8 bis 11, 12 Prozent. Das Geschäft unterliege jedoch Schwankungen, sagte Eder Dienstagabend vor Journalisten in Düsseldorf. Die Voestalpine habe im vergangenen Geschäftsjahr wegen schwächerer Investitionen in Europa eine Marge am unteren Ende, "eher bei den acht Prozent", erzielt. Jetzt sei der Konzern auf dem Weg "in Richtung zehn Prozent".

(red/apa)

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