Bauindustrie

Viel Geld für Investitionen in Burgenlands Infrastruktur

Heuer gab es rund 190 Millionen Euro an Investitionen für den Ausbau der Infrastruktur im Burgenland. Die Asfinag baute das Autobahnnetz aus, und es gab noch mehr neue Ortsdurchfahrten.

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Das Land Burgenland hat im Pandemie-Jahr 2020 über 190 Mio. Euro - um 30 Mio. Euro mehr als im Vorjahr - in Infrastrukturvorhaben investiert, zog Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) Bilanz. Neben den großen Bauvorhaben der Asfinag - im Nordburgenland der Sicherheitsausbau der S31 und im Landessüden den Bau der S7 - habe es auch viele kleinere Baustellen gegeben, darunter Ortsdurchfahrten und Instandhaltungen im Bereich des Straßennetzes.

Man habe dafür gesorgt, dass die Baustellen weitergeführt und die Arbeitsplätze gesichert werden, so Dorner. Mehr als 16 Mio. Euro seien in den Hochwasserschutz geflossen. Neben den Investitionen kam es auch zu Umstrukturierungen. Aus der BELIG (Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH) wurde die Landesimmobilien Burgenland GmbH, in deren Bereich etwa die Sanierungsmaßnahmen auf Burg Schlaining für das Jubiläumsjahr "100 Jahre Burgenland" fallen. Trotz Covid-Pandemie sei man damit gut im Zeitplan.

Um Gemeinden bei Hochbauten zu unterstützen, wurde die Projektentwicklung Burgenland GmbH gegründet. Bisher habe es mehr als 80 Meldungen von Gemeinden gegeben, nächstes Jahr wolle man um die 20 kommunale Vorhaben zur Umsetzung bringen, kündigte Dorner an.

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Ein Anliegen sei es auch gewesen, das Leben, Wohnen und Bauen im Burgenland leistbarer zu machen. Dazu sei unter anderem ein neues Raumplanungsgesetz beschlossen worden. Das Burgenland liege bei Baulandreserven bei rund 38 Prozent, der Österreich-Durchschnitt bewege sich um die 23 bis 25 Prozent, berichtete der Landesrat. Viele Gemeinden könnten deshalb Jungfamilien keine Baugrundstücke anbieten. Eine Baulandmobilisierungsabgabe solle es ermöglichen, den hohen Anteil an Baulandreserven zu senken. Auch ein leistbarer Baugrundstückspreis sei definiert worden. Damit treffe man Vorsorge, "dass uns unsere Preise hier nicht aus dem Ruder laufen".

Bei der Wohnbauförderung habe man im privaten Segment mit 0,9 Prozent fix auf 30 Jahre "den attraktivsten Zinssatz in Österreich" installiert. Wenn darüber hinaus jemand ökologisch baue, könne er bis zu 40 Prozent mehr Förderdarlehen aufnehmen.

Der Handwerkerbonus solle das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Der Fördertopf sei heuer im Zuge der Corona-Pandemie von drei auf sechs und schließlich auf elf Mio. Euro aufgestockt worden, um jeden gestellten Antrag abarbeiten zu können. Beim Handwerkerbonus käme der fünffache Wert in der Wirtschaft an, bei elf Mio. Euro Fördersumme seien dies 55 Mio. Euro, rechnete Dorner.

Das Thema Mobilität beginne beim Bewusstsein, kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Neben dem Ausbau des Radwegenetzes solle auch die E-Mobilität unterstützt werden. So werde die Errichtung privater Ladeboxen gefördert. Das Land wolle seinen Fuhrpark nur mehr mit E-Fahrzeugen ausstatten. Parallel dazu sei die Ladeinfrastruktur in den Bezirken ausgebaut worden.

Im Bereich der Verkehrssicherheit werde man kommendes Jahr die Schwerverkehrskontrollen ausweiten und noch mehr Prüftage ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Geschwindigkeitsüberwachung. Man wolle damit jedoch nicht "die Kassen füllen", sondern für mehr Sicherheit sorgen, so der Landesrat.

Kritisch betrachtete Dorner die Entwicklung im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Das 1-2-3-Ticket sei zwar zu begrüßen. Über 70 Prozent der Befragten hätten bei der jüngst durchgeführten Umfrage zur Gesamtverkehrsstrategie allerdings dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur den Vorzug gegenüber einem reduzierten Ticketpreis gegeben. (apa/red)