Bauindustrie

Verzögerungen beim Karawankentunnel auf slowenischer Seite

Der neue Bauauftrag beim Karawankentunnel zwischen Österreich und Slowenien wird sich wohl auf slowenischer Seite bis zum Sommer oder später verzögern. Unter den Bewerbern ist auch die Wiener Firmentochter von Implenia.

Bauindustrie Implenia Tunnelbau Standort Österreich Slowenien

Der neue Bauauftrag für die zweite Röhre des Karawankentunnels zwischen Slowenien und Österreich soll sich auf slowenischer Seite mindestens bis Sommer verzögern. Die slowenische Autobahngesellschaft DARS wird den Zuschlag nach direkten Verhandlungen mit sechs ausgewählten Bietern erteilen, berichteten slowenische Medien. Zu Verhandlungen wird auch die Wiener Implenia-Tochter eingeladen.

Eckdaten zum Projekt

Der bestehende Karawanken-Straßentunnel hat eine Gesamtlänge von 7,9 Kilometern, wovon rund 3,5 Kilometer auf slowenischem Staatsgebiet liegen. Mit der zweiten Röhre soll ein Nadelöhr zwischen Slowenien und Österreich beseitigt werden.

In Kärnten wird schon seit September gebohrt

Während in Kärnten die zweite Tunnelröhre bereits seit September gebohrt wird, wurde im Nachbarland der ursprüngliche Bauauftrag zum Jahresende durch die staatliche Revisionskommission annulliert. Aus Zeitgründen entschloss sich DARS gegen eine Neuausschreibung. Direkte Verhandlungen ermöglichen ein schnelleres Auswahlverfahren als eine wiederholte Ausschreibung, erklärte die Autobahngesellschaft laut Tageszeitung "Dnevnik" vor wenigen Tagen.

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Man rechnet damit, die Verhandlungen Anfang März aufnehmen und den Bauauftrag bis Sommer erteilen zu können, sollte es keine größeren Komplikationen geben, berichtete die Zeitung. Hingegen könnte sich das Verfahren bei einer nochmaligen Ausschreibung bis zu ein Jahr hinausziehen.

Wiener Firmentochter von Implenia dabei

Alle sechs Bewerber, die jetzt zu Verhandlungen eingeladen werden, waren unter den insgesamt neun Bietern, die sich bereits an der ursprünglichen Ausschreibung im Vorjahr beteiligt haben. Dazu gehört auch die Wiener Implenia-Tochter, die im Konsortium mit der Schweizer Konzernmutter und dem slowenischen Bauunternehmen CGP Novo mesto auftritt. Ihr damaliges Angebot lautete auf 114,8 Mio. Euro.

Verhandelt wird außerdem mit dem zunächst ausgewählten türkischen Konzern Cengiz Insaat, dessen Angebot in Höhe von 89,3 Mio. Euro deutlich billiger als das der anderen Bewerber war. Die weiteren Bieter, die sich erneut für den Bau bewerben werden können, sind das slowenisch-türkische Konsortium aus Kolektor CPG, Riko und Yapi Merkezi (109,3 Mio. Euro), die bosnische Euro-Asfalt gemeinsam mit der slowenischen CP Ptuj (106,3 Mio. Euro), die slowenische Gorenjska gradbena druzba zusammen mit dem tschechischen Baukonzern Metrostav (104,3 Mio. Euro) und J&P-Avax aus Griechenland (115 Mio. Euro). (apa/red)

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