Kunststoffindustrie

Heimische Abfallbetriebe gegen "Dreifachbelastung der Wirtschaft"

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe VOEB fordert Planungssicherheit "Unternehmen, die in Anlagen und Infrastruktur investieren."

Die eigentliche abfallwirtschaftliche Herausforderung für Österreich besteht laut VOEB im Erreichen der ambitionierten EU-Recyclingquoten für Kunststoff. „Wir müssen bis 2025 von derzeit 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen kommen. Das gelingt, indem wir in modernste Anlagen investieren, um dann das Recycling zu optimieren, aber auch, indem jeder Einzelne von uns Plastikabfall konsequent getrennt sammelt. Wir müssen alle Kunststoffe erfassen. Ein Einwegpfand bringt uns von der Menge her kaum etwas, da PET-Flaschen bereits jetzt gesammelt und rezykliert werden“, erläutert VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly.

Erfahrungswerte aus anderen Ländern zeigen zudem, dass ein Einwegpfand das Problem „Littering“ nicht löst. Eine Erhöhung der Sammelmenge kann viel effektiver durch eine österreichweit einheitliche Sammlung bei den Haushalten erzielt werden und erleichtert auch die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstmachung beim Bürger.

Einen funktionierenden Absatzmarkt für Sekundärrohstoffe auf Schiene zu bringen, z.B. über fixe Einsatzquoten von Sekundärmaterial in der Kunststofferzeugung, sollte auf der politischen Agenda deutlich weiter oben stehen als die Pfandfrage, betont Jüly.

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Und wenn schon über Steuern auf Kunststoff nachgedacht werde, müsste zuvor sichergestellt werden, dass diese „eine Zweckbindung in Richtung Ökodesign aufweist und somit ein Lenkungsinstrument in Richtung recyclingfähige Verpackungen ist. Alles unter dem Schlagwort ‚Plastik’ über einen Kamm zu scheren, ist mit nachhaltiger Politik nicht vereinbar.“ (ots/red)