Maschinenbau

Verkauf von Thyssens Aufzugsparte: Entscheidung bis März

Der angeschlagene deutsche Industrieriese treibt den Verkauf seiner lukrativsten Sparte weiter voran, prüft aber gleichzeitig auch einen Börsengang. Eine Entscheidung wird im Laufe des Februar oder März erwartet. Unter den Interessenten finden sich vor allem Finanzfirmen.

Thyssenkrupp will Insidern zufolge im milliardenschweren Bieterrennen um die Aufzugssparte eine Vorauswahl treffen. Anfang kommender Woche würden bindende Angebot erwartet, sagten mehrere mit dem Verfahren vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine für diese Woche gestellte Frist sei aber nicht in Stein gemeißelt. Der Verkaufsprozess diese Woche werde auch Thema im Aufsichtsrat sein. Mit zwei, drei Bietern solle schließlich die Schlussrunde eingeläutet werden. Eine Entscheidung könne im Februar oder März fallen. Thyssenkrupp wollte sich hierzu nicht äußern.

Interessenten stehen Schlange - vor allem Finanzfirmen

Im Rennen waren zuletzt gut ein halbes Dutzend Bieter. Zu den Interessenten zähle auch ein Bündnis der Finanzinvestoren Brookfield aus Kanada und Temasek aus Singapur, sagten zwei mit dem Verfahren vertraute Personen. Brookfield und Temasek lehnten einen Kommentar ab.

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Im Rennen waren nach Reuters-Informationen zuletzt der seit Jahren lauernde finnische Konkurrent Kone im Bündnis mit dem Finanzinvestor CVC. Auch der japanische Hitachi-Konzern sei dabei, sagten mehrere Insider. Hinzu kämen gemeinsam die Investoren Blackstone, Carlyle und Canada Pension Plan Investment Board sowie ein Konsortium aus Advent, Cinven und der Abu Dhabi Investment Authority.

Auch ein Börsengang möglich

Thyssenkrupp fährt offiziell zweigleisig und prüft neben einen Verkauf auch einen Börsengang. Der Gang aufs Parkett gilt aber inzwischen als unwahrscheinlich und eher als Notlösung oder Druckmittel. Offen ist, ob das ganze Geschäft komplett veräußert werden soll. In der Vergangenheit hatte Thyssenkrupp bei einigen Verkäufen für eine gewisse Zeit eine Minderheitsbeteiligung behalten, auch um im Sinne der Beschäftigten weiter Einfluss nehmen zu können.

Bei einem Komplettverkauf könnten Experten zufolge mehr als 15 Mrd. Euro in die klamme Kasse des Konzerns fließen, die Vorstandschefin Martina Merz für den Schuldenabbau, Pensionslasten und für Investitionen bedienen könnte. Merz muss sich am 31. Jänner auf der Hauptversammlung des Konzern erstmals den Aktionären stellen. (reuters/apa/red)

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