Due Diligence

Verkauf von Ilva - 25 Bieter zu Prüfungen zugelassen

Das marode Stahlwerk Ilva im Süden Italiens wird verkauft und eine lange Reihe an Bietern steht Schlange. Jetzt sind 25 Konzerne offiziell eine Runde weiter - hier die Namen.

25 Unternehmen sind zur Due Diligence für das süditalienische Stahlwerk Ilva zugelassen worden, das die Regierung verkauft. Laut italienischen Medienberichten trafen Interessenerklärungen von internationalen Schwergewichten wie Arcelormittal, dem südkoreanischen Konzern Posco und der im Stahlhandel aktiven Schweizer Gruppe Trasteel ein.

Gute Chancen für Norditaliener

Eine Reihe norditalienischer Stahlkonzerne wie Marcegaglia, Eusider aus dem lombardischen Lecco und Ottolenghi aus der Adria-Hafenstadt Ravenna buhlen ebenfalls um das marode Stahlwerk in der süditalienischen Hafenstadt Tarent.

Gute Chancen bei der Übernahme werden dem norditalienischen Stahlkonzern Arvedi eingeräumt, der fünf Werke in der Lombardei und in Ligurien betreibt.

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Eine Übersicht aktueller Meldungen von INDUSTRIEMAGAZIN.at zum Verkauf des riesigen Stahlwerks hier. Bis Mitte April müssen demnach die verbindlichen Angebote präsentiert werden. Danach beginnen die Verhandlungen, die bis Juni abgeschlossen werden sollen. Damit ein Kauf zustande kommt, müssen Interessenten zusichern, dass die Stahlproduktion fortgeführt wird, der Großteil der Arbeitsplätze erhalten bleibt und Umweltauflagen eingehalten werden.

Neue Bieter auch für das maritime Geschäft des Konzerns

Unterdessen gibt es offenbar auch zwei neue Bieter allein für Ilva Servizi Marittimi, die Sparte für das maritime Geschäft des italienischen Stahlriesen. Wie das auf Schifffahrt spezialisierte Fachportal Splash247 meldet, seien gerade Ionian Shipping Consortium sowie Pan AtlanticShipping als potentielle Käufer in Erscheinung getreten.

Die Regierung in Rom will das Geschäft bis 30. Juni unter Dach und Fach bringen. Das Werk in der süditalienischen Stadt Tarent hatte zu Hochzeiten geschätzte neun Millionen Tonnen Stahl im Jahr produziert - das entsprach etwa einem Drittel der italienischen Gesamtproduktion.

Das Stahlwerk, in dem rund 14.000 Menschen arbeiten, steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht. Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen.

Im Oktober wurde ein gerichtliches Mammutverfahren gegen Industriemanager, Politiker und Behördenvertreter eröffnet, die für die heftigen Verschmutzungen aus dem Werk verantwortlich gemacht werden. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht. (APA/red)