Bahnlogistik

Verkauf von Arriva: Deutsche Bahn setzt Interessenten eine Frist

Wegen hoher Schulden verkauft die Deutsche Bahn ihre Nahverkehrstochter Arriva. Für Interessenten gilt eine Frist bis Anfang Mai. Die DB hat Unternehmen mit Sitz in Großbritannien vor neun Jahren gekauft.

Die Deutsche Bahn treibt im Kampf gegen steigende Schulden den Verkauf ihrer Nahverkehrstochter Arriva voran. Interessenten sollen sich bis 3. Mai bei der Citigroup und der Deutschen Bank melden, die die Deutsche Bahn als Berater engagiert hat, wie aus einer in der "Financial Times" erschienen Anzeige hervorgeht.

Die Deutsche Bahn favorisiere einen vollständigen Verkauf von Arriva auf einen Schlag. Diese Option genieße klare Priorität, hieß es in der Anzeige. Der Konzern könne die Nahverkehrstochter aber auch in Teilen verkaufen oder an die Börse bringen.

Das Unternehmen mit Sitz in Großbritannien war 2010 von der Deutschen Bahn gekauft worden. Es erzielt mit über 50.000 Mitarbeitern europaweit einen Umsatz von mehr als 5 Mrd. Euro. Die Firma könnte aber von den Turbulenzen rund um den geplanten Brexit getroffen werden. Dies macht auch eine Bewertung von Arriva schwer, die in der Deutsche-Bahn-Bilanz mit einem Buchwert von knapp zwei Milliarden Euro steht.

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Die Deutsche Bahn ächzt unter einem wachsenden Schuldenberg. Bei einem Mehrheitsverkauf von Arriva würden auch die Ende des Jahres erwarteten Schulden von gut einer Milliarde Euro der Nahverkehrstochter aus der Bahn-Bilanz genommen. Der Bahn-Aufsichtsrat hatte den Vorstand im März beauftragt, Optionen zur Begrenzung der Schulden von derzeit fast 20 Mrd. Euro vorzulegen. Die Bahn muss bis 2023 eine Lücke von rund 5 Mrd. Euro füllen. Allein heuer fehlen etwa 2,2 Mrd. Euro. (reuters/apa/red)

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