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Vattenfall schreibt über drei Milliarden Quartalsverlust

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall kämpft weiter gegen die Folgen der Energiewende an. Sehr hohe Abschreibungen drückten das Unternehmen im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen. Unterm Strich verbuchte Vattenfall Verluste von 28,8 Milliarden schwedischen Kronen (3,1 Milliarden Euro).

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 Der Umsatz fiel mit 36,1 Milliarden Kronen allerdings etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum. "Das ist natürlich eine sehr negative Entwicklung, die leider die Welt widerspiegelt, in der wir leben", so Vattenfall-Chef Magnus Hall. Denn zunehmend zu schaffen machen dem schwedischen Energieriesen die gesunkenen Strompreise. Auch wegen hoher Abschreibungen im Braunkohlegeschäft war das Quartalsergebnis massiv belastet.

Erleichtert zeigte sich Vattenfall indes über das Aus für die bis vor kurzem noch geplante Klimaschutzabgabe in Deutschland. Damit gebe es auch mehr Klarheit für den angestrebtem Verkauf der deutschen Braunkohlekraftwerke und der Tagebaue, erklärte der Konzern. Die deutsche Regierung hatte ursprünglich vorgehabt, alle älteren Kohlekraftwerke, wie sie auch Vattenfall betreibt, aus Klimaschutzgründen mit einer Sonderabgabe zu belegen. Stattdessen sollen nun nur einige Kraftwerke als Notfallreserve gehalten und später stillgelegt werden.

Durch die Pläne für die Klimaschutzabgabe war der Verkauf der deutschen Braunkohlegeschäfte ins Stocken geraten. Die Schweden hatten Ende Oktober angekündigt, den Tagebau in Ostdeutschland und die Braunkohle-Kraftwerke zu veräußern. Dort sind mehr als 8.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Wert des Geschäfts wird auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt.

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Vattenfall machen wie den anderen Stromkonzernen auch die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Auch wegen hoher Abschreibungen im Braunkohlegeschäft fuhr der Staatskonzern im zweiten Quartal einen Nettoverlust von umgerechnet 3,1 Milliarden Euro ein, nach einem Minus von 249 Millionen Euro vor einem Jahr. Kürzlich gab der Konzern bekannt, etwa 1.000 Stellen zu streichen. (apa/Reuters/dpa)

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