Batteriehersteller

Varta kann Gewinn verdoppeln

Die dem österreichischen Investor Michael Tojner gehörende deutsche Batteriefirma profitiert vom Boom von Kopfhörern für Smartphones: Im ersten Halbjahr ist der Umsatz kräftig gestiegen, der Überschuss hat sich verdoppelt. Varta produziert auch Batterien für Hörgeräte und Energiespeicher für PV-Anlagen.

Batteriehersteller Photovoltaik Varta Ergebnisse Michael Tojner

Der Boom kabelloser Minikopfhörer für Smartphones von Apple und Samsung und der Rückkauf des traditionellen Batteriegeschäfts treiben das Wachstum von Varta. Der deutsche Batteriehersteller des österreichischen Investors Michael Tojner erwartet deshalb für 2020 einen noch stärkeren Anstieg von Jahresumsatz und Gewinn als bisher.

Der Umsatz werde sich auf 810 bis 830 Mio. Euro mehr als verdoppeln, teilte Varta mit. Der Betriebsgewinn soll ähnlich stark auf 210 bis 215 Mio. Euro zulegen. Bisher hatte der Vorstand Erlöse von bis zu 800 Mio. Euro und einen Gewinn von maximal 185 Mio. Euro erwartet.

Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 158 Prozent auf 391 Mio. Euro, wie das Unternehmen bekanntgab. Der Betriebsgewinn (bereinigtes EBITDA) stieg sogar um 174 Prozent auf 102 Mio. Euro. Der Überschuss verdoppelte sich auf 40 Mio. Euro. Einen großen Teil des Wachstums steuerte zwar das Geschäft mit klassischen Haushaltsbatterien bei, das Varta nach der Zerschlagung des Konzerns vor rund zwei Jahrzehnten nun im vergangenen Jahr zurückgekauft hatte. Doch auch im bisherigen Geschäft ohne die Übernahme legte der Umsatz um 67 Prozent zu.

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Varta produziert wiederaufladbare Lithium-Ionen-Zellen für Smartphone-Kopfhörer, Knopfzellen für Hörgeräte und Energiespeicher für private Photovoltaik-Anlagen. Während das Geschäft mit Starterbatterien für Autos schon lange nicht mehr zum Konzern gehört, hält sich Varta einen Einstieg ins Geschäft mit Batterien für Elektrofahrzeuge offen. Der Bund, Bayern und Baden-Württemberg unterstützen den Ausbau der Batteriezellfertigung von Varta mit 300 Mio. Euro.

Trotz der optimistischen Prognose gab die Varta-Aktie im deutschen SDax um sechs Prozent nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs allein seit Monatsbeginn um rund ein Drittel zugelegt hatte. (reuters/apa/red)