USA - Massiver Anstieg von Erdbeben wegen Fracking

Die Förderung von Öl und Gas mit der hochgiftigen Fracking-Methode hat laut Studien zu einer massiven Häufung von Erdbeben in den USA geführt. Am stärksten betroffen sind mehrere Regionen im Mittleren Westen.

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Die Förderung von Öl und Gas mit der Fracking-Methode hat einer Studie zufolge zu einer massiven Häufung von Erdbeben im US-Bundesstaat Oklahoma geführt. Die in der US-Fachzeitschrift "Science" veröffentlichte Untersuchung macht das Einpumpen von bei der Förderung anfallendem Abwasser in den Erdboden für die zunehmende Häufigkeit der seismischen Aktivitäten verantwortlich.

Erdbeben passieren vierzig Mal (40 x) häufiger

   Demnach haben sich die Beben in den Jahren 2008 bis 2013 im Vergleich zum Zeitraum 1976 bis 2007 vervierzigfacht. Die Abwässer entstehen neben dem Fracking auch bei der Abtrennung von Öl und Gas. Das Schmutzwasser wird aus Umweltschutzgründen in große Tiefen gepumpt. Die von der Geo-Physikerin Katie Keranen von der Cornell Universität geleitete Studie macht vor allem vier große Entsorgungsschächte für die Beben verantwortlich. Diese pressten jeden Monat mehr als 477.000 Kubikmeter Wasser unter hohem Druck in den Untergrund. Dadurch werde das Erdreich in bis zu 35 Kilometern Entfernung zu den Einführungsstelle erschüttert.

Oklahoma: Mehr Erdbeben als in Kalifornien

   Den Wissenschaftern zufolge ist Oklahoma im laufenden Jahr mit 190 Beben einer Stärke von über 3,0 an Kalifornien vorbeigezogen. Der Bundesstaat an der Westküste galt bisher als seismisch aktivste Region der USA, verzeichnete aber 2014 nur 71 vergleichbar schwere Beben. Keranen bezeichnet die Erdbeben als "eine der größten Herausforderungen" für die wachsende Fracking-Industrie und andere neuartige Methoden, effizienter Öl und Gas zu fördern.

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   Beim Fracking wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in den Untergrund gepresst, um das Schieferöl aus dem Gestein zu lösen. Umweltschützer kritisieren die vor allem in den USA verbreitete Fördermethode schon länger wegen des Risikos von Erdbeben und von Grundwasserverunreinigungen. (afp/apa/pm)