Außenhandel

USA diktieren China eine "Einkaufsliste" - Europas Hersteller besorgt

Die neuen Vereinbarungen zwischen den USA und China im Handelskonflikt seien eine gute Nachricht, so die Europäische Handelskammer in China - doch wegen der "Einkaufsliste" Washingtons könnten europäische Exporteure ins Hintertreffen geraten.

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Die Europäische Handelskammer in China hat sich besorgt über mögliche Auswirkungen des Handelsdeals zwischen Washington und Peking geäußert. Einerseits sei die Unterzeichnung an diesem Mittwoch im Weißen Haus eine gute Nachricht, doch lehnten die Europäer die "Einkaufsliste" der USA ab, nach der China jetzt Waren in den USA kaufen soll, sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke vor Journalisten in Peking.

"Was wir natürlich nicht mögen, ist die Tatsache, dass es gelenkter Handel ist." Die USA sagten China jetzt, welche Produkte es in welcher Menge kaufen soll, was andere ausschließe, sagte Wuttke. Er bezog sich auf US-Angaben, wonach China zugesagt haben soll, über zwei Jahre für 200 Mrd. US-Dollar (179,9 Mrd. Euro) mehr Industriegüter, Agrarprodukte, Energie und Dienstleistungen zu importieren. Es gehe nicht mehr um den besten Preis oder den besten Anbieter, sagte Wuttke. "Dieser geführte Handel ist der Teil, der uns Sorgen macht."

Details lägen noch nicht vor, aber es müsse geprüft werden, ob das Handelsabkommen mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) übereinstimme. Das Teilabkommen über die erste Phase in dem Handelskrieg verdeckt aus Wuttkes Sicht auch, was die Amerikaner ursprünglich anpacken wollten: Strukturelle Änderungen im chinesischen System, Staatsbetriebe oder auch Subventionen.

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