Stahlindustrie

US-Wirtschaftsminister Ross will in Berlin offenbar über Stahl sprechen

US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross kommt Ende Juni nach Berlin. Ein mögliches Thema: Die Strafen Washingtons gegen Stahlkonzerne aus Europa.

Deutschland und die USA wollen bei wirtschaftlichen Streitfragen enger ins Gespräch kommen: Nach einem Besuch der deutschen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) in den USA reist US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross in einem Monat nach Berlin.

Am 27. Juni wolle ihr Amtskollege an Handelsgesprächen in der deutschen Hauptstadt teilnehmen, so Zypries bei ihrem Besuch vor wenigen Tagen in Washington. Bei dem Termin stehen dann möglicherweise die drohenden Strafen gegen deutsche Stahlproduzenten wegen angeblicher Dumpingpreise auf der Agenda.

Maßnahmen auch gegen Voestalpine in Österreich

Wobei die US-Handelskommission neben Deutschland auch Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, Japan, Südkorea und Taiwan als potenzielle Dumpingsünder gebrandmarkt hat. Sie suchte nach Hinweisen auf Dumping sowie unzulässige Subventionen und wurde nach eigenen Angaben bei bestimmten Blecherzeugnissen fündig.

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Ross kündigte an, dass sein Ministerium Präsident Donald Trump im Laufe des Junis mit den erforderlichen Unterlagen versorgen werde, so dass das Weiße Haus eine Entscheidung treffen könne. Zypries möchte zuvor auch die Sicht der deutschen Stahlproduzenten hören.

Die USA erheben Dumping-Vorwürfe gegen die beiden deutschen Hersteller Salzgitter AG und Dillinger Hütte sowie gegen den Linzer Konzern Voestalpine. Deutschland geht davon aus, dass eine falsche Berechnungsmethode zugrunde gelegt wurde.

Ein Überblick zum Thema hier:
Washington gegen Europas Stahlindustrie: Sechs wichtigste Antworten >>

Zypries sagte, sie habe bereits "eine gute Kommunikationsebene" mit Ross: "Ich würde sagen, dass es ein gutes Gespräch war." Die Annahme ihrer Einladung zeige, dass der Minister an weiteren Kontakten interessiert sei. Die neue US-Regierung müsse sich erst noch finden, so ihr Eindruck: "Dieser Prozess ist immer noch nicht abgeschlossen."

In der Wirtschaftspolitik hatte das Kabinett Trump mit Abschottungs- und Zollankündigungen sowie noch teils unklaren Plänen in der Steuer- und Infrastrukturpolitik für Verwirrung gesorgt. Zypries sagte, dass es aber Fortschritte im Verständnis gebe: "Das war eine gelungene Reise." Sie habe auch mit Unternehmen sowie Abgeordneten des Repräsentantenhauses und dessen Vorsitzenden Paul Ryan gesprochen. (dpa/apa/red)

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