Stahlindustrie

US-Industrie: Trump sollte Strafzölle auf Stahl streichen

Zahlreiche Wirtschaftsverbände der USA fordern eine Aufhebung der Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium: diese "wirtschaftlichen Härten" müssten beendet werden.

Zahlreiche Wirtschaftsverbände in den USA haben Präsident Donald Trump aufgerufen, die im vergangenen Jahr verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium zurückzunehmen. Die Strafzölle bedeuteten nicht nur höhere Kosten für die importierenden US-Unternehmen - viele Branchen litten auch unter den Gegenzöllen, die etwa China, Mexiko oder die EU verhängten.

Den an Trump gerichteten offenen Brief unterzeichneten mehrere Dutzend Unternehmensverbände. "Die anhaltende Umsetzung der Stahlzölle bedeutet wirtschaftliche Härten für US-Unternehmen, die von importiertem Stahl und Aluminium abhängig sind", heißt es in dem Brief.

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Für viele "Farmer, Rancher und Industriebetriebe" sei der Schaden durch die Gegenzölle deutlich höher als jeglicher Nutzen, den sie vom neuen Freihandelsabkommen hätten, das Trump mit den Nachbarländern Kanada und Mexiko vereinbart hatte.

Strafzölle von 25 Prozent seit März

Trump hatte im März 2018 Importe von Stahl in die USA um 25 Prozent und von Aluminium um zehn Prozent verteuert. Wichtige Handelspartner wie China, Kanada, Mexiko und die EU antworteten mit ebenfalls hohen Strafzöllen auf wichtige US-Exportgüter.

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Ende vergangenen Jahres einigten sich die USA mit Kanada und Mexiko auf das neue Handelsabkommen USMCA. Bisher ist aber unklar, ob damit auch die Strafzölle auf Stahl und Aluminium wegfallen.

Die Wirtschaftsverbände drängten Trump nun dazu, diese Frage zu klären, damit ein "Null-Zoll-Handel" im nordamerikanischen Raum wieder greifen könne. Sie boten dazu auch ihre Hilfe an, damit das Abkommen den Kongress passiert. (afp/apa/red)