Karriere des Monats

Unternehmer Daniel Sieberer: "Happy, dass ich jetzt mein Ding machen kann" 

Mit dem Kauf des deutschen Mittelständlers GIWA Kunststofftechnik erfüllte sich der frühere Swarco-Manager Daniel Sieberer einen Traum. Warum es gut ist, manchmal seinem Freiheitsdrang nachzugeben, erklärt er im Interview. 

Von

"Von meiner Persönlichkeit bin ich mehr der Alleinverantwortliche Unternehmer als ein mitverantwortlicher Vorstand."
Daniel Sieberer, geschäftsführender Gesellschafter GIWA Kunststofftechnik

INDUSTRIEMAGAZIN: Herr Sieberer, nach acht Jahren als Swarco-CFO übernahmen Sie zum Jahreswechsel den deutschen Mittelständler GIWA Kunststofftechnik.Vom CFO eines Konzerns zum Privat-Investor eines Mittelständlers: War das ein von langer Hand geplanter Schritt?  

Daniel Sieberer: Mein Traum war es schon sehr lange irgendwann selber Unternehmer zu sein. Meinen ersten Vollzeitjob hatte ich im Jahr 2004 bei bei Booz Allen in München lediglich mit einem abgeschlossenem Studium, ein paar Praktika und sehr viel Ambitionen begonnen. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute, etwa 17 Jahre später, in der Lage war, mein eigenes Unternehmen mit 30 Millionen Euro Umsatz und 200 Mitarbeitern zu kaufen.

Wie determiniert unternehmerische Eigenverantwortung das persönliche Glücksempfinden?

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Sieberer: Mit dieser Frage treffen Sie sehr gut den Kern meines Anliegens. Ich bin ein Mensch für den Freiheit und Eigenverantwortung unglaublich wichtig sind. Ich habe sehr klare Überzeugungen, wie Dinge passieren sollen und möchte angestrebte Lösungen konsequent und zügig umsetzen. Von meiner Persönlichkeit bin ich mehr der Alleinverantwortliche Unternehmer als ein mitverantwortlicher Vorstand.

Nach Swarovski sind Sie wieder in einem Familienunternehmen tätig. Weil Familienunternehmen einfach die besseren Unternehmen sind?

Sieberer: Entscheidungsträger in Familienunternehmen sind zwar genauso von Erfolgskennziffern abhängig, in der Regel haben aber Familienunternehmen eine stärkere Nähe zu Ihren Mitarbeitern als Großkonzerne. In meinen Augen sind Mitarbeiter der wichtigste Teil von jedem Unternehmen und sollten dafür auch eine entsprechende emotionale Wertschätzung erhalten. 

Was würde der ehemalige Booz-Allen-Berater Daniel Sieberer dem frischgebackenen Unternehmer Daniel Sieberer raten?

Sieberer: Damals wäre meine tendenziell analytische Empfehlung wohl:  Sei dir klar, in welcher Art und Weise dein Unternehmen einen noch größeren Mehrwert für deine Kunden liefern kann und welche Kernkompetenzen du dafür weiter ausbauen musst. Schaffe eine Struktur, in der alle wesentlichen Themen des Unternehmens den richtigen Verantwortlichen haben. 

Wo soll das Unternehmen GIWA in fünf Jahren stehen?

Daniel, Sieberer, GIWA © Daniel Sieberer

 Daniel Sieberer mit dem bisherigen Alleineigentümer Julian Götzfried (re.).

Sieberer: GIWA ist heute schon ein sehr schlagkräftiger Spezialist in der Entwicklung, Produktion und Montage von anspruchsvollen Kunststoffprodukten sowie Baugruppen. Ich möchte diesen erfolgreichen Weg gemeinsam mit meinen Führungskräften und Mitarbeitern weiter gehen und systematisch noch besser werden. Ich bin vor allem aber happy, dass ich jetzt mein Ding machen kann. Und wenn das Unternehmen dabei wächst, wäre das natürlich erfreulich.

Daniel Sieberer, 40,

war in den letzten acht Jahren Vorstand und CFO der SWARCO Gruppe, einem Unternehmen von Manfred Swarovski. Zuvor arbeitete Sieberer bei Booz Allen Hamilton (heute strategy&), wo er Projekte für führende Unternehmen in den Bereichen Strategie, Organisation, Vertrieb, Produktion und Controlling leitete. Zum Jahreswechsel übernahm Sieberer 80 Prozent der Geschäftsanteile des deutschen Mittelständlers GIWA Kunststofftechnik. Daniel Sieberer hat Internationale Wirtschaftswissenschaften in Österreich sowie den USA studiert und er verfügt über eine Führungskräfteausbildung an der Harvard Business School.