Computerhersteller

Ungewöhnlicher Schritt: Apple gibt Geschäft mit WLAN-Routern auf

Dass ein Hersteller aus einer Produktkategorie ganz aussteigt, ist selten - genau das ist jetzt bei Apple der Fall. Gleichzeitig modernisiert der Konzern seine Roboter zum Zerlegen von iPhones.

Apple hat sein jahrelang stiefmütterlich behandeltes Geschäft mit WLAN-Routern jetzt ganz aufgegeben. Nun sollen nur noch die Restbestände der "AirPort"-Geräte ausverkauft werden, teilte der iPhone-Konzern unter anderem dem Finanzdienst Bloomberg mit.

Apple hatte die Produktfamilie bereits seit mehreren Jahren nicht mehr aktualisiert. In dem Geschäft sind viele Anbieter von Start-ups bis hin zu einem großen Apple-Rivalen wie Google aktiv. Der aktuelle Trend geht zu sogenannten Mesh-Netzwerken, in denen sich mehrere Sendestationen zusammenschalten.

Für Apple spielten die Router finanziell keine große Rolle und die Umsätze wurden zusammen mit diversen anderen Geräten in der Rubrik "Anderes" verbucht. Es ist selten, dass der Konzern aus einer Produktkategorie aussteigt. Zuletzt passierte das mit Computer-Monitoren - Apple kündigte aber bereits wieder die Rückkehr in diesen Markt an.

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Apple modernisiert Roboter zum Zerlegen von iPhones

Gleichzeitig modernisiert Apple sein Roboter-System für das Recycling ausgemusterter iPhones in zweiter Generation. Das neue Modell "Daisy" kann bis zu 200 iPhones pro Stunde zerlegen, wie Apple kürzlich mitteilte. Damit kommt die Recycling-Anlage auf eine theoretische jährliche Kapazität von gut 1,75 Millionen iPhones verschiedener Modellreihen.

200 iPhones pro Stunde werden zerlegt

Die Vorgänger-Version "Liam" war für 1,2 Millionen Geräte ausgelegt und konnte nur das iPhone 6 zerlegen. Apple installierte 2016 eine "Liam"-Anlage in Kalifornien und eine in den Niederlanden. Das System aus 29 Robotern könne viel mehr verschiedene Stoffe aus den Geräten herausbekommen als in herkömmlichen Recycling-Verfahren, in denen zum Beispiel Kobalt, Nickel oder Zink meist verloren gingen, betonte Apple damals. "Daisy" könne auch seltene Mineralien wie Tungsten in den Recycling-Kreislauf zurückbringen. Die Anlage verwende Teile von "Liam". Auf ein erstes System in Texas solle ein weiteres in Europa folgen.

Tonnenweise wertvolle Rohstoffe

Die Apple-Zahlen geben auch einen Eindruck von der Verwendung verschiedener Materialien in den Geräten. So könne "Daisy" pro 100.000 zerlegte iPhones 1,9 Tonnen Aluminium, 770 Kilogramm Kobalt, 710 Kilogramm Kupfer, 42 Kilo Zinn, knapp ein Kilo Gold und 100 Gramm Palladium wiedergewinnen.

(red, dpa, apa)

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