Atomkraft

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Der Bau der beiden neuen Reaktoren des ungarischen Atomkraftwerks Paks soll bald beginnen - obwohl zuletzt Österreich vor Gericht dagegen Widerspruch eingelegt hat. Die Errichtung übernimmt der russische Konzern Rosatom.

Der Bau der beiden neuen Reaktoren des ungarischen Atomkraftwerks Paks soll 2020 beginnen. Das sagte der für den Ausbau des Kraftwerks zuständige Minister ohne Portefeuille, Janos Süli, nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der internationalen Atombehörde IAEO (IAEA), Yukiya Amano.

Russischer Atomkonzern Rosatom baut

Erst am Dienstag hatte das Betreiberunternehmen des an der Donau liegenden südungarischen AKW das Gelände der zuständigen Baufirma übergeben, die im Auftrag des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom die neuen Teile des Kraftwerks errichten soll.

Die Bauarbeiten an den Nebengebäuden sollen noch heuer beginnen, wie Süli sagte. Die IAEO werde bei der Errichtung "fachliche Unterstützung" bieten. Die beiden Reaktoren sollen nach den heutigen Plänen 2026 bzw. 2027 ans Netz gehen.

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Der Ausbau des einzigen ungarischen Atomkraftwerks hatte auch international für Debatten gesorgt. Wegen der überraschenden Vergabe des Auftrags an die Rosatom 2014 ohne vorherige Ausschreibung hatte die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet, das jedoch 2016 eingestellt wurde.

Zuletzt hatte Österreich im Februar eine Klage vor dem Gericht der Europäischen Union (EUG) gegen das Projekt eingebracht. Konkret geht es um die Erlaubnis staatlicher Beihilfen, die die EU-Kommission im Vorjahr erteilt hatte. Dagegen geht Österreich - ähnlich wie im Fall des britischen AKW Hinkley Point C - nun per Nichtigkeitsklage vor.

Ungarn deckt derzeit mit dem 1982 in Betrieb genommenen Atomkraftwerk Paks rund 50 Prozent seines Strombedarfs. Im Durchschnitt muss das Land jedoch 30 Prozent seiner Energie importieren, zu Spitzenzeiten gar 40-45 Prozent, wie Süli sagte. Mit der Inbetriebnahme der beiden neuen Reaktoren, die eine Leistung von je 1.200 Megawatt haben sollen, soll dieser Anteil künftig deutlich sinken. (apa/red)

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