Wasserkraft

Umweltdachverband: Grazer Murkraftwerk hat mit Klimaschutz nichts zu tun

Anfang Oktober wurde das das Grazer Murkraftwerk offiziell eröffnet - Umweltschützer und große Teile der Bevölkerung weisen darauf hin, dass dieses Großprojekt das Gegenteil von Umweltschutz sei.

Anfang Oktober wurde das Grazer Murkraftwerk offiziell eröffnet – ein Projekt, das im Vorfeld unter anderem vom Naturschutzbund, dem Verein „Rettet die Mur“ und großen Teilen der Bevölkerung aus ökologischen wie ökonomischen Gründen stark kritisiert wurde.

"Die Eröffnung war kein guter Tag für die österreichische Öko-Bilanz – ,sauber‘ geht definitiv anders. Das Murkraftwerk beutet ein Flussjuwel weiter aus, dessen ökologische Bedeutung gar nicht hoch genug geschätzt werden kann", so Pablo Rauch, Gewässerexperte des Umweltdachverbandes.

Die Mur sei ein einzigartiger Lebensraum für sehr viele Arten von Lebewesen und insbesondere für die Fischfauna. Dem Experten zufolge leben 34 Arten in der Mur, 80 Prozent davon würden als gefährdet gelten.

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Umweltdachverband: Modernisieren statt zubetonieren

Der Umweltdachverband appelliert, Klima- und Naturschutz gemeinsam zu denken und warnt davor, jeden Ausbau der Wasserkraft als Fortschritt für den Klimaschutz zu verstehen. "Ökologisch intakte Gewässer helfen dabei, die Folgen des Klimawandels zu dämpfen und gegen das Artensterben anzukämpfen. Es gilt deshalb in vielen Fällen, die vorhandenen Kraftwerke ökologisch verträglich zu modernisieren und damit ihren Wirkungsgrad deutlich zu erhöhen. Wer jetzt sogar noch an weitere Ausbauprojekte an der Mur denkt, hat definitiv nicht verstanden, was nachhaltiger Klimaschutz bedeutet. Naturbelassene Abschnitte der Mur und Schutzgebiete müssen für den Ausbau in Zukunft absolut tabu sein“, so Rauch.