Maschinenbau

Umsatzplus und neue Chefs bei der Vorarlberger Gruppe Julius Blum

Bei seiner letzten Ergebnispräsentation vor den Medien meldete Gerhard E. Blum ein deutliches Umsatzplus und hohe Investitionen in Vorarlberg, nannte aber auch Unsicherheitsfaktoren am Weltmarkt. Nächstes Jahr sollen sein Sohn und sein Neffe die Zahlen präsentieren.

Die weltweit agierende Vorarlberger Beschlägehersteller-Gruppe Julius Blum GmbH hat im Geschäftsjahr 2017/2018 (per 30. Juni 2018) ihren Umsatz um 2,8 Prozent auf 1,839 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,788 Mrd.) gesteigert. Zur Ertragssituation macht das Familienunternehmen traditionell keine Angaben. Geschäftsführer Gerhard E. Blum sprach sich bei der Jahrespressekonferenz für ein starkes Europa aus.

Währungseffekte schmälern Umsatz

Unter Berücksichtigung der Währungseffekte habe die Umsatzsteigerung fünf Prozent betragen, wies Blum auf den starken Euro im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hin. In Nord- und Südamerika etwa seien die Umsatzzahlen in den Landeswährungen gestiegen, in Euro umgerechnet habe man aber einen Rückgang hinnehmen müssen. 97 Prozent des Umsatzes wurden im Ausland erwirtschaftet, davon 48 Prozent in der EU sowie 15 Prozent in den USA. Insgesamt ist Blum in über 120 Ländern aktiv.

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Afrika im Fokus

Die Märkte in Westeuropa hätten eine gute Entwicklung gezeigt, jene in Südeuropa eine anhaltende Erholung. Im russischen Markt habe es einen "kräftigen Aufschwung" gegeben, so der Geschäftsführer. In Asien - vor allem in Indien, China und Südostasien - habe das Wachstum trotz der negativen Währungseffekte angehalten.

Blum kündigte an, in Zukunft Afrika stärker bearbeiten zu wollen. Das sei "der letzte weiße Fleck". Dabei erwarte man sich kurz- und mittelfristig kein großes Geschäft, die Erfahrung habe jedoch gezeigt: "Wo man am Anfang nicht dabei war, hat man später schlechte Karten", sagte Blum.

Unsichere Faktoren in der kommenden Zeit

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei mit einigen Fragezeichen behaftet, sprach der Geschäftsführer die ungeklärte Abwicklung des Brexit, das Aufkeimen von Nationalismus und Populismus, aber auch die sich ausweitenden Strafzölle an. "Es wäre gerade jetzt ein starkes Europa als Gleichgewicht zu den USA und China wichtig. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir in der Versenkung verschwinden", machte sich Blum keine Illusionen. Hinsichtlich der Strafzölle sagte Blum, "dass es in der Spirale der Sanktionen nur Verlierer geben wird, keine Gewinner".

Über 180 Millionen Euro Investitionen in Vorarlberg

An Investitionen tätigte die Blum-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 216 Mio. Euro, davon 182,5 Mio. Euro in Vorarlberg. Unter anderem wurde in Dornbirn das neue Stanzwerk realisiert. Mittelfristig werde es in Vorarlberg schwierig sein, weitere große Werke zu eröffnen, weil schlicht die Flächen dafür nicht vorhanden seien, so Blum. Der Mitarbeiterstand der Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2017/18 um 324 auf 67.611. In Vorarlberg, wo 5.769 Personen beim Unternehmen beschäftigt sind, kamen 239 neue Mitarbeiter hinzu.

Gerhard E. Blum tritt ab

Am Ende der Pressekonferenz verabschiedete sich Gerhard E. Blum von den anwesenden Journalisten. Im nächsten Jahr werde jemand anderer auf dem Podium sitzen - Blum hatte schon im Mai angekündigt, dass ab 1. Juli 2018 seinen Sohn Philipp und sein Neffe Martin gemeinsam mit ihm die Geschäftsführung bilden werden. Gerhard E. Blum wird sich im nächsten Jahr aus der operativen Ebene zurückziehen. "Wir sind überzeugt, dass wir die Nachfolge gut vorbereitet haben. Ob wir es richtig gemacht haben, wird sich in vier bis fünf Jahren zeigen", sagte er.

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