Stahlindustrie

Umsatz der Voestalpine geht deutlich zurück

Der Gewinn des heimischen Industriekonzerns Voestalpine hat sich im ersten Halbjahr fast halbiert - vor allem wegen der Einmaleffekte im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Derzeit setzen den Sparten für Stahltechnologien und Spezialstahl die Rückgänge in der Ölindustrie wegen des eingebrochenen Ölpreises besonders zu.

Der börsennotierte Stahlkonzern Voestalpine hat heuer im ersten Halbjahr 2016/17 einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis nach Steuern sank um 44,5 Prozent auf 233,7 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Grund dafür seien "signifikant positive Einmaleffekte" im Vergleichszeitraum des Vorjahres bzw. Konsolidierungsumstellungen. Die Ergebnisse seien nur bedingt vergleichbar.

Einmaleffekte beim Gewinn, aber auch Umsatz gesunken

Rückläufig war allerdings auch der Umsatz, der sich gegenüber der Vorjahresperiode wegen des "deutlichen Abschwungs der Öl und Gasindustrie" um 6,5 Prozent von 5,79 auf 5,41 Mrd. Euro verringerte.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 21 Prozent auf 704,9 Mio. Euro zurück, die Marge verschlechterte sich von 15,4 auf 13 Prozent. Der Betriebsgewinn (EBIT) schmolz um 35,9 Prozent auf 368,9 Mio. Euro, die EBIT-Marge verminderte sich von 9,9 auf 6,8 Prozent. Der Gewinn je Aktie (EPS) brach um 44,1 Prozent von 2,29 auf 1,28 Euro ein.

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Die um die Sondereffekte bereinigten Werte zeigen laut Voestalpine die tatsächliche operative Entwicklung, "die im Jahresvergleich dennoch negativ bleibt".

Eingebrochener Ölpreis als zentraler Faktor bei Investitionen der Energiebranche

Der Abschwung der Öl- und Gasindustrie habe besonders tiefe Spuren im Unternehmensbereich Metal Engineering Division (Nahtlosrohre zur Öl- und Gasexploration) und in etwas moderaterer Form auch in der Steel Division (Grobbleche für Pipelines) sowie in der Special Steel Division (Spezialwerkstoffe für die Öl-und Gasexploration) hinterlassen.

Die Metal Forming Division hingegen habe dank der "hervorragenden Automobilkonjunktur bei gleichzeitig erfolgreicher Umsetzung ihrer Internationalisierungsstrategie" im Jahresvergleich sowohl beim Umsatz als auch den Ergebnissen deutlich zugelegt.

Spürbarer Aufwärtstrend im zweiten Quartal

Im Verlauf des ersten Halbjahres ging es bei der Voestalpine erkennbar bergauf: "Das zweite Quartal ist im Vergleich zum ersten Quartal durch einen deutlichen Aufwärtstrend gekennzeichnet", betonte Konzernchef Wolfgang Eder. Das EBITDA habe sich im zweiten Quartal 2016/17 gegenüber dem Vorquartal um 11,1 Prozent "spürbar verbessert", das EBIT um 20,1 Prozent. Dazu trug vor allem die Steel Division bei.

Die bereinigten Ergebnisse des Vorjahres will die Voestalpine heuer im Gesamtjahr 2016/17 (per Ende März) zumindest erreichen: das Betriebsergebnis (EBIT) sollte "unverändert annähernd auf Höhe des (bereinigten) Wertes des vergangenen Geschäftsjahres zu liegen kommen". Beim operativen Ergebnis (EBITDA) erscheine auf Basis der Halbjahresziffern eine Wiederholung des (bereinigten) Vorjahresergebnisses möglich, hieß es. (apa/red)

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