Industriekonjunktur

Umsatz der Metalltechnischen Industrie stark gefallen

Im zweiten Quartal ist der der Metalltechnischen Industrie in Österreich um rund 27 Prozent eingebrochen. Für das gesamte Jahr prognostiziert die Branche ein Erlösminus von rund einem Fünfte. Das Niveau vor der Krise werde erst 2022 bis 2024 erreicht, so Verbandsobmann Christian Knill.

Die Coronakrise hat die Umsätze der Metalltechnischen Industrie (MTI) im zweiten Quartal um 27 Prozent abstürzen lassen. Der Einbruch soll im zweiten Halbjahr nur langsam abflachen, für das Gesamtjahr wird ein Erlösminus von rund 22 Prozent erwartet. Das Vorkrisenniveau werde erst 2022 bis 2024 wieder erreicht, sagte MTI-Obmann Christian Knill den "Salzburger Nachrichten".

Knill hatte bereits Anfang Juni vom "schlimmsten Jahr seit 75 Jahren" für die Branche gesprochen. Die Metalltechnische Industrie war bis zur Coronakrise mit einem Produktionswert von 39,8 Mrd. Euro und rund 136.000 direkt beschäftigten Personen ein Rückgrat der heimischen Industrie und für ein Viertel aller heimischen Exporte verantwortlich. Für 50 Prozent der Maschinenbauer sind die Auftragsbestände laut einer aktuellen Umfrage "nicht ausreichend".

Der weltweite Wirtschaftseinbruch aufgrund der Corona-Pandemie hat zu einer Exportflaute geführt. Die Ausfuhren der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie lagen bereits im ersten Quartal um 6,2 Prozent unter dem Vorjahr. Am deutlichsten fiel der Rückgang bei den Exporten nach Großbritannien (-19,5 Prozent), nach China (-12,9 Prozent) und in die USA (-12,5 Prozent) aus. Für das zweite Quartal sind noch keine Exportzahlen verfügbar.

White Paper zum Thema

Die Coronakrise und die wirtschaftliche angespannte Lage der Unternehmen wird die Herbstlohnrunde heuer zu einem Balanceakt machen. Im vergangenen Jahr einigten sich die Metaller-Arbeitgebervertreter und die Gewerkschaft nach fünf Verhandlungsrunden auf eine Erhöhung der Löhne und -Gehälter gestaffelt nach Beschäftigungsgruppen zwischen 2,6 Prozent und 2,8 Prozent. Die diesjährigen Verhandlungen sollen voraussichtlich am 24. September mit der traditionellen Forderungsübergabe der Gewerkschaften starten. (apa/red)