Update Recht

Unternehmenstransformation als Weg aus der Krise

Wie man Mitarbeiter dynamisch und bedarfsangepasster einsetzen kann.

Baker McKenzie Rechtstipp Recht

Neben Personalabbau und Kurzarbeit gibt es noch eine dritte Variante, um auf die schlechte Auftragslage zu reagieren: die eigenen Arbeits­- und Organisationsstrukturen so umzugestalten, dass man Mitarbeiter besser einsetzen kann. Eine derartige Transformation kann sich auf die Tätigkeitsbereiche, aber auch auf die Arbeitsorte, die Arbeitszeiten und nicht zuletzt die Vergütung von Mitarbeitern auswirken.

Arbeitgeber dürfen Mitarbeitern ohne weitere Voraussetzungen eine neue Tätigkeit zuweisen, wenn der Arbeitsvertrag diese Art der Arbeit abdeckt. Auch ein Änderungsvorbehalt im Arbeitsvertrag kann es dem Arbeitgeber ermöglichen, dem Mitarbeiter neue Tätigkeiten aufzutragen. Eine „Billigkeitskontrolle“ setzt hier allerdings Schranken.

Änderung von Arbeitsort, Arbeitszeit und Entlohnung

Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn sich vereinbarte Arbeitsorte oder Arbeitszeiten ändern sollen. Letztere können das Ausmaß (insb. Vollzeit vs. Teilzeit) oder die Lage der Arbeitszeit (z. B. Fünf­ vs. Viertagewoche) betreffen. Falls eine Änderung nicht durch den Arbeitsvertrag oder einen Änderungsvorbehalt gedeckt ist und der Arbeitnehmer der Änderung auch im Nachhinein nicht zustimmt, bleibt dem Arbeitgeber auch hier nur die Änderungskündigung.

White Paper zum Thema

Ein Lohnverzicht ist zustimmungspflichtig, aber variable Entgelte wie Boni können unter einem vorab vereinbarten Widerrufsvorbehalt stehen und deshalb einseitig geändert werden. Derartige Kürzungen dürfen aber die soziale Situation eines Mitarbeiters nicht unverhältnismäßig erschweren.

Rechtsanwalt Dr. Philipp Maier, LL.M., leitet die Arbeitsrechtspraxis bei Baker McKenzie in Wien.