Elektroindustrie

Übernahme von Osram: Nachfrist gestartet

AMS bietet den verbliebenen Aktionären von Osram eine bis zum 24. Dezember dauernde Nachfrist. Im Visier ist nun ein Anteil von 75 Prozent - und die Finanzmittel des deutschen Industriekonzerns.

Der steirische Chip- und Sensorhersteller AMS hat heute den Start der Nachfrist des Übernahmeangebots für den Lichttechnikkonzern Osram bekanntgegeben. Das Management legt den Osram-Aktionären nahe, das Offert während der weiteren Annahmefrist vom 11. bis zum 24. Dezember anzunehmen. 59,27 Prozent der Anteile hat sich AMS bereits gesichert. Das endgültige Ergebnis wird am 2. Jänner veröffentlicht.

Jetzt sind die Fonds dran

In der Hauptfrist, die vergangene Woche endete, nahmen bereits 37,6 Prozent der Osram-Aktionäre das Angebot über 41 Euro je Aktie an. Gemeinsam mit den knapp 20 Prozent die der AMS als Osram-Großaktionär bereits gehören, wurde somit die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent erreicht und die Übernahme kam zustande.

Vor allem Indexfonds, die erst bei einem Erfolg der Übernahme verkaufen dürfen, könnten nun die Nachfrist nutzen.

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An der Börse stieg die Osram-Aktie bis heute, Mittwoch, auf 44,80 Euro. Die AMS bietet nur 41 Euro je Aktie und bewertet Osram damit mit rund 4,6 Mrd. Euro.

AMS geht es um die Finanzmittel von Osram

Mittelfristig braucht das österreichische Unternehmen mit Sitz in Premstätten bei Graz eine Hauptversammlungsmehrheit von 75 Prozent, um über einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag Zugriff auf die Kasse des Münchner Traditionskonzerns Osram zu bekommen und damit Schulden zu tilgen.

Mit ihrem ersten Übernahmeoffert war AMS Anfang Oktober gescheitert. Damals lag die Mindestannahmeschwelle bei 62,5 Prozent - erreicht wurden aber nur 51,6 Prozent. Deshalb wurde die Schwelle im zweiten Anlauf auf 55 Prozent herabgesetzt. Der zweite Versuch glückte. AMS ist mit den bereits in der Hauptfrist gesicherten 59,27 Prozent auch deutlich besser unterwegs als beim ersten Mal. (apa/red)

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