Elektroindustrie

Übernahme von Osram: AMS will bei Geldgebern eine Milliarde einsammeln

Der steirische Sensorhersteller AMS braucht weiter sehr viel Geld, um die Übernahme des deutschen Industriekonzerns Osram bewältigen zu können. Nun will sich das Unternehmen eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt beschaffen.

Der steirische Chip- und Sensorenhersteller AMS will sich neue Mittel am Kapitalmarkt besorgen. Das Unternehmen hat am Montag ein Angebot für Senior Notes im Umfang von 1 Milliarde Euro bekannt gegeben. Die Papiere mit einer Laufzeit bis 2025 sollen aber nicht nur auf Euro, sondern auch auf US-Dollar lauten, wie AMS mitteilte.

Finanziert werden soll mit dem Schritt primär die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram. Auch zur Finanzierung, respektive zur Refinanzierung von dessen Geschäftsanteilen sowie Schulden sollen die Mittel verwendet werden können, heißt es weiter. Schließlich wolle man damit auch Gebühren und Ausgaben bezahlen. Über die genauen Konditionen der Notes wurden in der Meldung keine Angaben gemacht.

Die definitive Übernahme von Osram durch AMS steht inzwischen kurz bevor, sie soll bis Ende Juni abgeschlossen werden. AMS hatte Ende 2019 nach einem Bietergefecht die notwendige Aktienmehrheit an Osram erreicht. Im März hatte AMS zu diesem Zweck bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt.

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Ratingagentur: Erhebliches Ausfallrisiko

Die Ratingagentur Moody's gibt AMS vor der Übernahme deutschen Lichtkonzerns Osram keine guten Noten. Die geplanten "Senior Notes" bewertet die mächtige Agentur mit dem Status "Ba3". Das bedeutet, dass es sich um Schuldverschreibungen mit einem erheblichen Ausfallsrisiko und spekulativen Elementen handelt.

Ratings ab Ba1 - so auch das Ba3 von AMS - sind laut der Moody's-Skala bereits im Bereich Non-Investment Grade, also spekulativ und relativ risikobehaftet.

Auch sonst ist AMS bei seiner ersten Moody's-Beurteilung nicht sehr gut weggekommen. Das Unternehmensrating ("corporate family rating", CFR) ist ebenso Ba3 wie das "Probability of Default rating" (PDR), das die Ausfallswahrscheinlichkeit angibt; es liegt bei Ba3-PD.

Pessimistischer Ausblick vom Finanzmarkt

Der Ausblick für alle Ratings vom AMS ist negativ. Moody's zufolge gestaltet sich die Osram-Übernahme als sehr komplex, in einem sich schnell entwickelnden Markt mit erheblichen Durchführungsrisiken, zumal die betroffenen Branchen schwer vom Ausbruch des Coronavirus betroffen seien. Eine Verbesserung des Ratings ist derzeit unwahrscheinlich, wie Moody's erklärte. (apa/awp/sda/red)

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