Chemische Industrie

Übernahme von Monsanto: Brüssel fehlen offenbar wichtige Informationen

Bei der milliardenschweren Übernahme des Agrarchemieriesen Monsanto durch Bayer hat die EU-Kommission Vorbehalte angemeldet und eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Offenbar können beide Konzerne wichtige Informationen nicht schnell genug vorlegen.

Die EU-Kommission hat im laufenden Verfahren zur geplanten Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den DAX-Konzern Bayer "die Uhr angehalten". Dies werde immer dann gemacht, wenn die beteiligten Parteien wichtige Informationen zu einem Zusammenschluss nicht schnell genug übermitteln, erklärte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Donnerstag.

Sobald die fehlenden Auskünfte eingetroffen seien, werde eine neue Frist gesetzt. Die EU-Kommission hatte wegen etlicher Vorbehalte im August eine sogenannte vertiefte Prüfung der Übernahme eingeleitet. Die Frist für eine Entscheidung lief ursprünglich bis 22. Jänner.

"Wir tun unser Möglichstes, alle Fragen der EU-Kommission so schnell wie möglich zu beantworten", sagte ein Bayer-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage. Bayer werde weiterhin mit den Genehmigungsbehörden weltweit zusammenarbeiten, um die Transaktion bis Anfang 2018 abschließen zu können, erklärte der Sprecher.

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Der Konzern will den US-Rivalen für 66 Milliarden US-Dollar schlucken. Damit würde Bayer zur Nummer eins in der Branche aufsteigen. Wegen umstrittener Unkrautvernichter und genmanipulierten Saatguts steht Monsanto allerdings stark in der Kritik und ist Ziel von Sammelklagen. Bayer hat früheren Angaben zufolge bei fast allen der rund 30 relevanten Behörden die Genehmigungen beantragt und von über einem Drittel grünes Licht erhalten. (dpa/apa/red)