Autozulieferer

Übernahme von Autozulieferer Grammer durch Chinesen: Razzia wegen Insiderhandel

Grammer hat sich gegen Angriffe des bosnischen Investors Prevent gewehrt - um den Preis der eigenen Freiheit. Bei der Übernahme durch einen chinesischen Hersteller soll es jedoch zu Insiderhandel gekommen sein. Behörden haben 16 Objekte in Frankfurt, in Bayern und Berlin durchsucht.

Bei der Übernahme des deutschen Autozulieferers Grammer durch seinen chinesischen Partner sollen fünf Börsianer illegal Insiderwissen für Aktiengeschäfte benützt haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft den Tatverdächtigen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren vor, "Insiderinformationen zum Stand von Übernahmegesprächen gewinnbringend für den Aktien- und Derivatehandel verwendet zu haben".

Zudem haben die Ermittler einen "Tippgeber" im Visier, der die Insiderinformationen weitergegeben haben soll. Deshalb seien insgesamt 16 Objekte in der Region Frankfurt, in Bayern und in Berlin von 60 Beamten durchsucht worden. Den Namen des Unternehmens nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

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Ein Grammer-Sprecher bestätigte aber, dass die Zentrale es Zulieferers im ostbayerischen Amberg in dieser Angelegenheit durchsucht worden sei. Dem Unternehmen und drei ehemaligen Vorständen werfen die Ermittler vor, den Kapitalmarkt zu spät über den Stand der Übernahme durch den chinesischen Autozulieferer Ningbo Jifeng im Jahr 2018 informiert zu haben. "Wir haben uns an alle Börsenregeln gehalten", betonte dagegen der Firmensprecher. Grammer kooperiere voll mit den Ermittlungsbehörden. (reuters/apa/red)

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