Stahlnachfrage

Trübe Aussichten für Stahlproduzenten

Die Worldsteel-Prognose für 2015 und 2016 kündigt eine nur langsam steigende Nachfrage auf dem globalen Stahlmarkt an - in China wird die Nachfrage sogar sinken, weshalb der Weltstahlverband seinen Ausblick weiter nach unten korrigierte.

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Für die globale Stahlnachfrage 2015 rechnet der Weltstahlverband worldsteel mit einem Wachstum um 0,5 Prozent auf 1,544 Milliarden Tonnen Walzstahl. Für 2016 wird ein Plus von 1,4 Prozent auf 1,565 Milliarden Tonnen prognostiziert. Im vorigen Herbst hatte der Verband noch einen Zuwachs von zwei Prozent für 2015 und 2016 prognostiziert - und diese Prognose war schon nach unten geschraubt worden.

In den letzten Jahren hat sich China mit Abstand zum weltgrößten Stahlproduzenten entwickelt - und sorgt aber seit 2014 wieder für Furore, denn erstmals seit 1995 ist zu diesem Zeitpunkt die Stahlnachfrage wieder gesunken. Die Prognose des Weltstahlverbands wurde vorwiegend wegen der Situation in China korrigiert, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident des Worldsteel Wirtschaftsausschusses. China will aber trotzdem ihre Produktionskapazitäten beibehalten, was zu überschüssigen Mengen führt, die das Land auf dem Weltmarkt loswerden möchte - zu geringen Preisen. Dies beeinflusst auch die Weltmarktpreise und belastet den globalen Stahlmarkt.

Interessant sei laut Informationen des Weltstahlverbands allerdings, dass die Stahlmärkte einiger Entwicklungsländer langsam beginnen, Eigenschaften von entwickelten Märkten aufzuweisen. Dies werde immer deutlicher, so die Informationen. "Wir sehen einige ermutigende Entwicklungen wie etwa in Indien. Diese Entwicklungen werden nicht ausreichen, um den Verzögerungen Chinas entgegenzuwirken. Wir sehen aber eine Verbesserung der Wachstumsaussichten nach 2016", so Kerkoff abschließend.