Aluminium

Trotz Kurzarbeit: Innenministerium stuft Amag als systemrelevant ein

Aluminiumkonzern Amag wird wegen der einbrechenden Nachfrage ab April Kurzarbeit einführen. Das Bundesministerium für Inneres hat den oberösterreichischen Hersteller als "systemrelevant für die Versorgung der österreichischen Bevölkerung eingestuft.

Auch beim Aluminiumkonzern Amag hat die Coronakrise mittlerweile deutlich spürbare Auswirkungen auf die Nachfrage. Vor allem die Werkschließungen in der Autoindustrie und die Rückgänge im Maschinenbau und Anlagenbau sowie im Bauwesen machten die Anpassung von Kapazitäten notwendig, so der Hersteller. Stabil entwickelt sich demnach die Nachfrage nach Verpackungsvormaterial.

Eine belastbare Einschätzung der Auswirkung der aktuellen Krise auf das Ergebnis 2020 sei derzeit "aufgrund der gegebenen Unsicherheiten nicht möglich", so das Unternehmen. Erst vor wenigen Tagen signalisierte die Konzernführung noch Zuversicht. Zuletz dazu: Amag: Höherer Absatz, weniger Umsatz - und Zuversicht trotz Corona >>

Kurzarbeit in Ranshofen ab April

Amag beantragt daher ab April für den Standort Ranshofen Kurzarbeit. "Das Instrument der österreichischen Kurzarbeit gepaart mit einer soliden finanziellen Ausgangsbasis und einer stabilen Eigentümerstruktur sichern gerade in Zeiten der Krise die hochwertigen Arbeitsplätze in der Amag", so Konzernchef Gerald Mayer, der sich zugleich bei seinen Mitarbeitern bedankt.

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Amag Teil der “kritischen Infrastruktur”

Das Bundesministerium für Inneres stuft die Amag als Lieferant von Aluminiumbändern für die Verpackung von Arzneimitteln, Lebensmitteln und Tierfutter als “kritische Infrastruktur” für die Versorgung der österreichischen Bevölkerung ein. Es sei daherb eine zentrale Herausforderung, "die Gesundheit der Mitarbeiter sicherzustellen und gleichzeitig die Versorgung der weiterverarbeitenden Industrie mit Aluminiumprodukten zu gewährleisten", so der Hersteller. Daher gelten nun "umfangreiche Präventivmaßnahmen" zum Schutz der Mitarbeiter.

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Gut ausgebautes Recycling erhöht Unabhängigkeit

Für die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit wiederum sei die Versorgung mit Vormaterial von besonderer Bedeutung. Die Amag sieht sich dabei "strategisch sehr gut positioniert".

In Ranshofen deckt Aluminiumschrott rund 75 Prozent des Vormaterialbedarfs ab, wo er mit moderner Technologie verarbeitet wird. Wegen gut ausgebauter Recyclinganlagen sei die Amag "nicht von außereuropäischen Zulieferern abhängig".

Eckdaten zur Produktpalette

Amag produziert Gussprodukte und Walzprodukte aus Aluminium und beliefert damit die Flugzeug-, Automobil-, Sportartikel-, Beleuchtungs-, Maschinenbau-, Bau- und Verpackungsindustrie. Das Unternehmen hält eine Beteiligung von 20 Prozent an der kanadischen Elektrolyse Alouette, die Primäraluminium produziert. (red)

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