Stahlpreise

Treffen zur Stahlkrise gescheitert - USA machen China verantwortlich

Die USA und die EU mahnen in der Stahlkrise zu raschem Handeln - konkrete Schritte lassen allerdings weiter auf sich warten. Für das Scheitern der jüngsten Gespräche in Brüssel macht Washington China verantwortlich.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Stahlkrise drängen die USA und die Europäische Union (EU) auf Maßnahmen gegen weltweite Überkapazitäten. Die Branche müsse Strukturreformen zügig umsetzen und dabei den Regeln des Marktes folgen, forderte das Washingtoner Handelsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mit der EU und Staaten wie Kanada und der Schweiz.

Regierungen wollen doch keine Subventionen

Die Länder erteilten Subventionen und sonstigen Staatshilfen für defizitäre Betriebe eine Absage. Am Montag waren Vertreter von 30 Ländern bei einem OECD-Treffen mit einem neuen Anlauf zur Lösung der jahrelangen Krise gescheitert. Bei den Beratungen wurde vor allem die Kluft zwischen China, dem weltgrößten Stahlproduzenten, und den USA deutlich.

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Die Washingtoner Regierung machte die Führung in Peking für das Scheitern der Gespräche verantwortlich und forderte konkrete Maßnahmen gegen Überproduktion und -kapazitäten in der Volksrepublik. China wies die Vorwürfe umgehend zurück. Am Dienstag betonte das Pekinger Handelsministerium, Grund für die Überkapazitäten sei die schleppende Erholung der Weltwirtschaft und die damit einhergehende Nachfrageflaute.

China ist auch der weltweit größte Stahlexporteur. Seit Jahren steigert die Volksrepublik ihre Ausfuhren massiv. Billigimporte aus Fernost machen nicht zuletzt der europäischen Stahlindustrie zu schaffen. In Deutschland demonstrierten jüngst mehr als 45.000 Stahlarbeiter gegen Dumpingpreise aus China und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. (APA/Reuters)

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