Nutzfahrzeugindustrie

Traton soll in Kürze in Frankfurt und Stockholm an die Börse

Volkswagen bringt den Börsengang eines Teils seiner Nutzfahrzeugtochter Traton endgültig auf den Weg. Insidern zufolge soll rund ein Zehntel der Aktien platziert werden. Traton ist die neue Muttergesellschaft der Nutzfahrzeugbauer MAN und Scania.

Der deutsche Autobauer Volkswagen (VW) bringt den Börsengang eines Teils seiner Nutzfahrzeugtochter Traton endgültig auf den Weg. Jetzt hat der Konzern den lange erwarteten Sprung auf das Handelsparkett offiziell angekündigt.

Börsengang voraussichtlich noch vor der Sommerpause

Vorgesehen sei sowohl eine Notierung der Traton-Aktien im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) als auch im Regulierten Markt der Nasdaq Stockholm (Large Cap Segment), teilte der Autobauer mit. Der Börsengang solle vorbehaltlich der Marktbedingungen voraussichtlich vor der Sommerpause abgeschlossen werden und nur aus Aktien aus dem Bestand von Volkswagen bestehen. VW plane, weiterhin "ein engagierter Aktionär von Traton" zu bleiben, und werde nach Abschluss des Börsengangs die Mehrheit an der Nutzfahrzeugtochter halten.

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Traton wurde als Muttergesellschaft der Lkw- und Bushersteller MAN und Scania gegründet, um das Nutzfahrzeuggeschäft unabhängiger von Entscheidungen aus Wolfsburg zu machen. Dadurch soll das Unternehmen mehr Handlungsspielraum gewinnen, um zum Beispiel seine noch kleine Marktposition in den USA über eine höhere Beteiligung am amerikanischen Lastwagenbauer Navistar auszubauen. Traton sollte unter seinem Chef Andreas Renschler schon vor Ostern börsennotiert werden. Doch wegen der unsicheren Marktlage hatte Volkswagen den Schritt verschoben.

Börsengang kleiner als gedacht

Angaben zum geplanten Volumen machte Volkswagen noch nicht. Wie Reuters von Insidern erfahren hatte, sollen zunächst nur 10 bis 15 Prozent der Traton-Anteile platziert werden. Bei einer Bewertung von ungefähr 15 Milliarden Euro wäre die Emission damit etwa 2 Milliarden Euro schwer. Renschler hatte ursprünglich einen Anteil von 25 Prozent angestrebt. (reuters/apa/red)

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