IoT in der Logistik

Tracking war gestern

Immer zu wissen, wo sich eine Sendung gerade befindet, ist für Logistiker ein überlebenswichtiges Asset. Doch längst bieten IoT-Anwendungen mehr Möglichkeiten - bis hin zur Überwachung ganzer Supply Chains.

IoT Logistik Microtronics IoT für die Industrie

Für Logistiker hat IoT gleich mehrere Vorteile. 

Die wertvolle Ware schaffte es am Ende gar nicht ins Flugzeug. Als der Sensor Alarm schlug, weil das Paket schon seit mehreren Stunden in der prallen Sonne stand, ging die ganze Ladung retour, um durch eine neue ersetzt zu werden.  Der Auftraggeber, ein namhafter Chemiekonzern, wollte nicht riskieren, dass sein Kunde Laborstoffe geliefert bekommt, die durch zu lange Hitzeeinwirkung unbrauchbar geworden sind.

Kein ungewöhnlicher Fall. In der modernen Logistik übernehmen Sensoren heute längst mehr Aufgaben, als bloß Päckchen und Pakete zu orten und daraus voraussichtliche Lieferzeiten abzuleiten. Sensoren zeichnen Erschütterungen auf, um sicherzustellen, dass empfindliche Elektronikteile während des Transports unbeschädigt bleiben, sie überwachen bei kritischem Gut die Temperatur während des Transports und melden jede Unterbrechung der Kühlkette an den Versender. Oder sie messen Feuchtigkeit, um Beschädigungen durch beginnenden Schimmel zu verhindern.

Die Vielfalt der technischen Möglichkeiten, die es inzwischen bei der Nachverfolgung von Waren gibt, bringt allerdings auch ein beträchtliches Problem mit sich: die mögliche Unübersichtlichkeit der Daten.

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Smart Data statt Big Data

Bereits vor drei Jahren hat eine Studie der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS die Integration von Innovation als eine der fünf  größten Herausforderungen bei der Digitalisierung der Transportlogistik identifiziert. Schon damals mahnten die Autoren auch vor allzu komplizierten Anwendungen: „Unternehmen sollten eindeutig bestimmen“, schrieben sie, „welche Informationen sie zu welchem Zweck, zu welchem Zeitpunkt und von welchen Beteiligten benötigen. Statt der Erzeugung von immensen Datenmengen (Big Data), sollten sich Unternehmen also auf die Gewinnung und Nutzung von Smart Data konzentrieren.“

Martin Buber, Business Development Manager bei Microtronics, einem renommierten Anbieter von IoT-Lösungen für die Industrie, hält Einwände wie diesen für absolut berechtigt. „In der Regel profitieren Unternehmen von Lösungen, bei denen sie möglichst wenig an eigener Integrationsleistung erbringen müssen und die möglichst schnell und unkompliziert einsetzbar sind.“

Sofortiger Nutzen

Deshalb, sagt er, sei Komplexitätsreduktion eine der wichtigsten Leistungen, die IoT-Spezialisten wie Microtronics für Ihre Kunden erbringen können. „Am Ende geht es darum, Produkte zu entwickeln, die mit wenigen Schritten per App oder Web konfigurierbar sind und deren Mehrwert für den Nutzer sofort sichtbar wird.“

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Dass das auch dort möglich ist, wo deutlich Schwierigeres gefragt ist als die bloße Überwachung von einem oder zwei Parametern zeigen unter anderem Anwendungen, mit deren Hilfe nicht einzelne Lieferungen überwacht werden, sondern zum Beispiel der gesamte Bestand an Waren oder Ersatzteilen in einem Unternehmen.

Basierend auf Modulen von Microtronics hat das niederösterreichische Unternehmen TeDaLoS ein solches System entwickelt, das neben dem Bestand auch Positionsdaten in Echtzeit erfasst und über automatische Nachbestellungen dafür sorgt, dass von jedem überwachten Produkt stets so viel auf Lager ist wie nötig, aber auch nicht mehr. Weil herstellerunabhängig, eignet sich das System für simple Büromaterialien ebenso wie für komplizierte Maschinenbauteile.

Nicht nur für High Value Goods

Für das Supply Chain Management eines Unternehmens sind mobile, infrastrukturunabhängige, auf GSM basierende Lösungen, auch dort hilfreich, wo bestimmte, an sich wenig wertvolle Güter, wie zum Beispiel Verpackungen, für die Aufrechterhaltung der gesamten Produktion essentiell sind.

„Für sich genommen sind Kartonagen ja keine High Value Goods, doch wenn zum Beispiel Motorenhersteller, die ganz spezifisch für ihre Versandbedürfnisse designte Kartons benötigen, diese nicht rechtzeitig bekommen, steht deren Auslieferung. Und damit auch die Produktion ihrer Kunden“, beschreibt Martin Buber einen Grund, warum heute nicht nur High-Tech-Komponenten, sondern  auch immer mehr andere Bestandteile entlang der Wertschöpfungskette minuziös getrackt werden.

In Zukunft wird sich dieser Trend noch verstärken. Nicht zufällig ortet die aktuelle Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“, die heuer von der deutschen Bundesvereinigung Logistik erstellt wurde, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse als den derzeit wichtigsten Trend innerhalb der Branche. IoT-Anwendungen, die heute vor allem von innovationsaffinen First Movern genutzt werden, dürften daher schon bald zu einem unverzichtbaren Element von nahezu allen Logistik-Geschäftsmodellen werden.