Autoindustrie

Toyota stellt sich erneut auf schwaches Jahr ein

Stagnierender Absatz, höhere Ausgaben im Vertrieb und der steigende Kurs des Yen - im Hinblick auf diese Faktoren stellt sich der zweitgrößte Autobauer Toyota erneut auf ein schwaches Jahr ein. Gegensteuern wollen die Japaner mit einem Plus bei größeren Fahrzeugen.

Toyota stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Der weltweit zweitgrößte Auto-Hersteller nach VW rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Rückgang beim operativen Gewinn von 20 Prozent auf umgerechnet 12,9 Mrd. Euro. Ein voraussichtlich stagnierender Absatz und zugleich höhere Vertriebsausgaben dürften das japanische Unternehmen bremsen, wie das Management einräumte.

Zweiter Gewinnrückgang erwartet

Auch der wieder stärkere Yen macht die Fahrzeuge auf dem Weltmarkt unattraktiver. Für Toyota wäre es bereits das zweite Jahr in Folge mit einem rückläufigen Gewinn. Konzernchef Akio Toyoda sagte, in der Sportwelt würde man von einer Niederlagenserie sprechen. "Und ich hasse es zu verlieren."

Toyota will deswegen an die Einsparungen aus dem vergangenen Jahr anknüpfen und vermehrt größere Fahrzeuge verkaufen. Um die Rentabilität zu sichern, müsse der Konzern bei den Investitionen Prioritäten setzen. Details blieben allerdings offen. Die Digitalisierung und das autonome Fahren verändern die Branche derzeit und erfordern hohe Investitionen, um nicht abgehängt zu werden.

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Gegenwind in den USA

Die Gewinnprognose liegt deutlich unter den bisherigen Schätzungen der Analysten. Vor allem in Nordamerika - dem wichtigsten Markt für Toyota - bekommt der Konzern Gegenwind zu spüren. Hier wird mit einem leichten Absatzrückgang gerechnet. Insgesamt will die Toyota-Gruppe im Geschäftsjahr bis Ende März 2018 10,25 Millionen Fahrzeuge verkaufen und damit in etwa so viel wie zuletzt.

In den USA hatte es im April bereits den zweiten Monat in Folge einen Absatzrückgang für die Autoindustrie gegeben. Viele Experten befürchten deswegen, dass die Anbieter Kunden bald mit noch größeren Rabatten locken könnten, was zulasten der Gewinnmargen gehen würde. 2016 hatte es auf dem US-Markt für die Branche noch einen Rekordabsatz gegeben. (reuters/apa/red)