Umweltverschmutzung

Total darf nicht direkt an der Mündung des Amazonas nach Öl bohren

Erdölriese Total bekommt keine Lizenz für Ölbohrungen vor der Amazonas-Mündung in Brasilien. Brasilianische Umweltbehörde verweist auf ein neu entdecktes Korallenriff in dem ökologisch extrem empfindlichen Gebiet.

Der Erdölriese Total bekommt keine Lizenz für Ölbohrungen vor der Amazonas-Mündung in Brasilien. Die brasilianische Umweltbehörde Ibama teilte mit, die Bohrgenehmigung werde "wegen einer Reihe technischer Probleme", die sich im Antragsverfahren herausgestellt hätten, nicht erteilt.

Die Behörde verwies unter anderem auf große "Unsicherheiten" im von Total vorgelegten Notfallplan. Ölunfälle könnten ein großes Korallenriff in dem Gebiet und damit auch die Artenvielfalt gefährden.

Ein brasilianischer Staatsanwalt hatte sich zuvor gegen eine Bohrlizenz ausgesprochen und vor "extremen Umweltgefahren" gewarnt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wies darauf hin, dass das erst 2016 entdeckte Korallenriff größer ist als bisher angenommen und in das Gebiet hineinragt, in dem Total die Bohrungen plante. Die Umweltverträglichkeitsprüfung des französischen Konzerns, derzufolge das Riff mindestens acht Kilometer von den geplanten Bohrstellen entfernt liegt, war damit hinfällig.

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Neben Total hatten auch die Ölkonzerne BP und Petrobras Lizenzen für Probebohrungen in dem Gebiet erworben. Die endgültige Bohrgenehmigung der brasilianischen Umweltschutzbehörde stand aber noch aus. (afp/apa/red)