Chiphersteller

Toshiba: Apple legt offenbar Milliarden auf den Tisch - gegen eigenen Zulieferer

Apple unterstützt Eingeweihten zufolge die Finanzfirma Bain beim Bieterrennen um Toshibas Chipsparte - und wendet sich dabei offenbar gegen seinen eigenen wichtigsten Zulieferer Foxconn.

Der US-Konzern Apple wird womöglich zum Königsmacher beim Gerangel um die Übernahme der Chipsparte des angeschlagenen japanischen Elektronikunternehmens Toshiba. So soll sich der iPhone-Hersteller in Gesprächen mit dem Finanzinvestor Bain Capital über eine Beteiligung an dessen Konsortium befinden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

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Angeblich will Apple um die 3 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) bereitstellen und dafür einen Anteil an der Toshiba-Chipsparte bekommen, hieß es. Diese Gespräche sollen Toshiba letztendlich überzeugt haben, mit Bain eine Absichtserklärung über den Verkauf abzuschließen. Eine endgültige Entscheidung für den Verkauf wird noch für diesen Monat erwartet. Ein Apple-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Ein pikantes Detail zu Apple und Foxconn

Für den US-Konzern wäre es die größte Akquisition seit der Übernahme des Kopfhörerherstellers Beats Electronics. Pikant: Eigentlich hatte Apple eine Offerte seines Partners Foxconn unterstützt. Jedoch ist die japanische Regierung wegen der starken Bindungen zu China gegen eine Foxconn-Übernahme. Und auch zu Western Digital, einem weiteren Bieter, hat Apple Beziehungen: Der US-Konzern gehört zu den Zulieferern Apples.

Bereits vor drei Monaten war das Bain-Konsortium als bevorzugter Bieter ausgewählt worden. Der Verkaufsprozess wurde jedoch durch Klagen, Widerstände in der japanischen Regierung sowie durch die zögerliche Haltung Toshibas immer wieder verschoben.

Der japanische Konzern muss den Verkauf bis März abschließen, um ein milliardenschweres Loch in der Bilanz zu stopfen und ein drohendes Delisting der Toshiba-Aktie von der Tokioter Börse abzuwenden. Die ursprüngliche Transaktion hat einen Wert von umgerechnet rund 19 Mrd. US-Dollar. (dpa/apa/red)

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