Managerranking 2012

Top-3: Anzengruber, Kern, Eder

Generationenwechsel: Mit dem Rückzug von Christian Konrad, Ludwig Scharinger, Claus Raidl, Veit Sorger & Co. stoßen neue Führungskräfte an die Spitze des INDUSTRIEMAGAZIN-Rankings der mächtigsten Manager des Landes. Neue Köpfe, neue Charaktere, neue Führungsstile: Wie sehr verändern sie die Republik? Von Bernhard Fragner

Der Kurzentschlossene Rang 1: Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender Verbund AG Wolfgang Anzengruber ist ein Mann schneller Entscheidungen. Klaus Woltron, damals ABB-Chef, entdeckte diesen Charakterzug Anzengrubers Anfang der 90er-Jahre. Einmal eröffnete Anzengruber seinem Ex-Chef, dass er wohl bei der Siemens-Tochter Systec den Hut nehmen werde. Er brauche Veränderung. Woltrons Reaktion: „Dann machen wir eben eine neue Gesellschaft für Dich.“ Keine Minute später hatte Woltron Anzengruber überzeugt, Teil des Führungsteams der Österreich-Tochter des ABB-Konzerns zu werden. Die Anekdote fügt sich in die Charakterisierung des Verbund-Chefs ein. Er gilt als schnellentschlossen. Neben dem Vorstandsvorsitz im Energie-Konzern bilden Funktionen in der IV einen Link zur Politik. Der Unangepasste Rang 2: Christian Kern, Vorstandsvorsitzender ÖBB-Holding AG Arbeiterkind aus Simmering, Schulsprecher, VSStÖ-Aktivist, schon früh alleinerziehender Vater – der Werdegang hat Christian Kern geprägt und dazu geführt, dass er authentisch wirkt. Egal ob er mit Verschubarbeitern der ÖBB im Dialekt spricht oder sich im schicken Wiener Naschmarktcafé zu Jugendfreunden setzt. Die offensichtlichen Erfolge ließen die Kritiker an seiner „roten“ Herkunft verstummen. Auch Christian Kern, Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Wien, baute sein Netzwerk nach Kräften aus: Neben dem Faktor ÖBB-Umsatz sind es auch die Verbindungen zu Politik und Gesellschaft, die den ÖBB-Manager von Rang 28 im Vorjahr diesmal ex-aequo mit Wolfgang Eder auf Platz zwei steigen lassen. Der Charismatische

Rang 2: Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender voestalpine AG

Wolfgang Eder beherrscht eine unter Spitzenmanagern seltene Kunst. Er gibt allen Menschen das Gefühl, wahrgenommen zu werden – ob Stahlarbeiter, Reinigungspersonal oder der Werkschef. Kaum ein Top-Manager ist bei seinen Leuten so beliebt wie er. Das Netzwerk des voestalpine-Chefs ist zwar weniger dicht als das von Wolfgang Anzengruber, doch der immense Umsatz der voestalpine wirkt sich im Ranking aus. Und auch Wolfgang Eder ist Teil eines bedeutsamen Netzwerkknotens abseits der Industrie: Er ist Aufsichtsratsmitglied der Oberbank. Verbindungen zur Politik schafft der Präsident der europäischen Stahlvereinigung außerdem durch die Vizepräsidentschaft in der oberösterreichischen Industriellenvereinigung.

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