Verkehr

Tiroler Transitforum fordert mehr Lärmschutz auch bei der Bahn

Das Transitforum Austria-Tirol kämpft weiter gegen die Verkehrslawine durch Tirol, die jedes Jahr neue Rekorde erreicht. Nach einem Paket an Forderungen gegen Verkehrslärm auf der Straße legen die Verantwortlichen dem Verkehrsministerium eine zweite Maßnahmenliste für die Bahn vor.

Die Verkehrslawine durch Tirol erreicht jedes Jahr neue Höchststände - die Zubetonierung übrigens ebenso.

Nachdem das Transitforum Austria-Tirol Mitte Juli bereits ein Forderungspaket für Maßnahmen gegen den Verkehrslärm beim Verkehrsministerium eingebracht hatte, haben die Verantwortlichen nun auch ein zweites Forderungspaket die Bahn betreffend deponiert. Laut Obmann Fritz Gurgiser gebe es in Tirol drei Problembereiche: der Neubau in Langkampfen, das Unterinntal und das Wipptal.

Drei Problembereiche

Für die Zulaufstrecke für den Brennerbasistunnel (BBT) wird derzeit an einem Neubau der Eisbahn von Kundl über Langkampfen und Angath bis Kufstein im Tiroler Unterland geplant. Gurgiser forderte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag nun ein, dass der Neubau derart gestaltet werden müsse, dass kein zusätzlicher Lärm entstehe. Der zweite Problembereich liege im Unterinntal. Hier gebe es seit 2012 zwar einen Tunnel, der Großteil der Güterzüge würde aber, trotz gegenteiliger Behauptungen der ÖBB, oberirdisch fahren, so der Transitforum Obmann.

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Problem Rola

Der Ausbau der Rollenden Landstraße (RoLa), der nach dem Transit-Gipfel in Berlin angekündigt worden war, führe schließlich zum dritten Problembereich. "Die Kapazität der RoLa soll verdreifacht werden - und das ohne entsprechenden Lärmschutz. Man kann sich vorstellen, was das für das Wipptal bedeuten würde", mahnte Gurgiser.

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Bereits am 16. Juli 2018 habe das Transitforum zu den für die Öffentlichkeit aufliegenden Umgebungslärm-Aktionsplänen eine Stellungnahme an das Verkehrsministerium geschickt und eine Reihe von Verbesserungen eingefordert. Bis heute habe man, außer einer Eingangs-Mailbestätigung, keine Antwort erhalten. "Das ist ein Stil, der ist nicht nur demokratiefeindlich, man hat auch keinen Anstand mehr", empörte sich der Transitforum-Obmann.

Er führe diese Auseinandersetzung nur mit dem Verkehrsministerium, denn dieses sei für die Asfinag und für die ÖBB verantwortlich. "Die sollen außer aus die Stauden. Auch wenn es nur ein Übergangsminister ist, das ist mir wurscht", polterte Gurgiser. Man müsse die Themen wieder ausstreiten und nicht ausschweigen, fügte er hinzu. (apa/red)

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